In der Beliebtheitsskala der Schweizerdeutschen Dialekte fällt es schwer, das Baseldeutsche genau zu verorten. Während klassischerweise der Bündnerdialekt und das Bernische die Rangliste anführen, landen Ostschweizer Mundarten aus Thurgau und St. Gallen jeweils auf den letzten Plätzen. Baseldeutsch liegt meist irgendwo in der Mitte.

Das hat aber kaum etwas mit den sprachlichen Eigenheiten der regionalen Varianten zu tun, wie eine Studie des Schweizer Sprachforschers Adrian Leemann von 2016 belegt. Vielmehr spielen Vorstellungen und Klischees der jeweiligen Regionen eine Rolle, die sich dann in der Beurteilung der Sprache niederschlagen. Ausländer oder auch Kinder im Vorschulalter, die von derlei Vorurteilen nicht belastet waren, beurteilten den Thurgauer-Dialekt etwa als gleich wohlklingend wie das Berndeutsche.

Die Basler dürften es aus zwei Gründen nicht ganz einfach haben, bis zur Spitze der beliebtesten Dialekte vorzustossen. Zum einen gilt Basel nicht unbedingt als Feriendestination, ganz im Unterschied zu Bern, dem Wallis oder Graubünden. Zum anderen besteht eine gewisse Tradition in der Schweizer Filmgeschichte, die Rolle des Bösewichts mit einem Basler zu besetzen. Das reicht von «Uli der Knecht» bis «Lüthi&Blanc».

Hochdeutsch abgeschlagen

Eine weitere Untersuchung Leemanns unterstreicht die Bedeutung von Klischees. Er liess Testpersonen entscheiden, ob sie lieber eine Sekretärin mit Zürcher oder mit Berner Dialekt einstellen würden. 63 Prozent der Probanden setzten auf die Schreibkraft aus Zürich – nur 22 auf eine aus Bern.

Das Erstaunliche daran: Selbst Testpersonen aus Bern vertrauten lieber auf die Fähigkeiten einer Sekretärin, die Zürideutsch spricht. Und noch etwas Weiteres förderte die Studie zutage: Jeweils am schlechtesten schnitten Personen ab, die Hochdeutsch sprachen.