Urteil
Appellationsgericht heisst Berufung eines Basler Polizisten teilweise gut

Der Basler Polizist verpasste einem Jugendlichen im August 2016 auf dem Polizeiposten einen Schlag. Doch anstatt schwerer ist es nur einfache Körperverletzung. Zu diesem Schluss kommt die zweite Instanz.

Zara Zatti
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Der Polizist verpasste dem Jugendlichen einen Schlag. Zu diesem Urteil kommt das Appellationsgericht.

Der Polizist verpasste dem Jugendlichen einen Schlag. Zu diesem Urteil kommt das Appellationsgericht.

Symbolbild: iStockphoto

Im Januar 2020 verurteilte das Basler Strafgericht einen Angehörigen der Kantonspolizei Basel-Stadt wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Amtsmissbrauch zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Dies, weil er einem Jugendlichen auf dem Polizeiposten einen Schlag verpasst hatte. Am Dienstag hiess das Appellationsgericht die Berufung des Polizisten teilweise gut, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet.

Das Appellationsgericht sprach den Polizisten jetzt nur wegen einfacher Körperverletzung und Amtsmissbraucht schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 140 Franken. Das Gericht kam zum Schluss, dass ein Schlag die wahrscheinlichste Ursache für die Verletzungen des damals 16-jährigen Eritreers sei.

Gestossen, weil der Jugendliche ihm zu nahe kam

Der Jugendliche hatte damals 1,3 Promille Alkohol im Blut. Er erlitt unter anderem einen Knochenbruch an der Innenwand der rechten Augenhöhle sowie eine innere Blutung am rechten Stirnlappen. Der angeklagte Polizist bestritt die Tat auch vor der zweiten Instanz vehement. Weil der Jugendliche ihm sehr nahe gekommen sei, habe er diesen weggestossen. Dieser sei dann gestolpert, an die hintere Wand geprallt und zu Boden gefallen.

Die Verletzungen des 16-Jährigen erklärte der Polizist vor Gericht damit, dass dieser nach seiner Entlassung aus dem Polizeigewahrsam noch eine weitere Auseinandersetzung gehabt habe.

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