Totalumstellung
Umstellung auf Elektro: BVB dürfen 126 E-Busse kaufen und eine neue Garage bauen

Grosser Rat spricht 387 Millionen Franken für Umstellung auf Strom und eine neue Garage.

Nora Bader
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Die Basler Verkehrs-Betriebe wollen bis 2027 insgesamt 126 neue E-Busse anschaffen.

Die Basler Verkehrs-Betriebe wollen bis 2027 insgesamt 126 neue E-Busse anschaffen.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Wer in Zeiten wie diesen mit einem Bus fährt, ist vermutlich auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder zum Corona-Testcenter. Das Wissen darum, wie sich das öffentliche Verkehrsmittel fortbewegt, mag für einen Grossteil der Passagiere nicht präsent sein.

Umso mehr Gedanken darüber haben sich in letzter Zeit hingegen die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) gemacht. Um mit dem Geist der Zeit zu gehen, will man beim Transportunternehmen auf eine E-Bus-Flotte umstellen (die bz berichtete).

Vorreiterrolle in der Schweiz und Europa

Der Ball lag gestern beim Basler Parlament. Und dieses bewilligte die grösste Bus-Beschaffung in der Geschichte der BVB mit grosser Mehrheit von 83 zu 5 Stimmen bei einer Enthaltung. Der Entscheid über die neue E-Bus-Flotte fiel sehr zum Stolz und zur Freude des Basler Bau- und Verkehrsdirektors Hans-Peter Wessels (SP) aus.

«Wir nehmen mit dieser Bus-Flotte in Basel, schweizweit, ja gar europaweit eine Vorreiterrolle ein», sagte er. Die Umstellung des kantonalen Bus-Netzes auf E-Busse sei wichtig und richtig. Wessels zeigte sich zuversichtlich, dass der Kanton zudem über das Agglomerationsprogramm des Bundes von Subventionen profitieren könne.

Geld für Busse, Garage und Folgekosten

Konkret werden die BVB 126 neue Fahrzeuge anschaffen sowie eine neue Garage mit der nötigen Infrastruktur bauen. Die BVB seien der erste Betrieb in der Schweiz, der komplett auf E-Busse umstelle und sich von der fossilen Energie wegbewege, so Wessels weiter. Andere Kantone würden voraussichtlich folgen.

Der Grosse Rat bewilligte am Mittwoch also die für die Umstellung notwendigen 387 Millionen Franken. Diese Summe beinhaltet den Kaufpreis der Busse, die Kosten der neuen Garage und Infrastruktur sowie Folgekosten. Der grösste Teil, nämlich 308 Millionen Franken, besteht aus rückzahlbaren Darlehen.

Die BVB sollen so die Möglichkeit erhalten, ihrem gesetzlichen Auftrag nachzukommen, ihr ÖV-Angebot bis 2027 vollständig mit erneuerbarer Energie zu betreiben. «Das ist das Gebot der Stunde», so Regierungsrat Wessels. Und Grossrat Jörg Vitelli (SP) betonte, dass es sich um eine Investition in Umwelt und Wohnqualität der Stadt handle. Die Busse seien nämlich auch viel leiser als die jetzigen.

Als nächstes fällt Entscheid über Lieferanten

Die Anschaffung der neuen E-Busse soll in den Jahren 2022 und 2027 erfolgen. Die erste Etappe umfasst 62 Busse, welche die heutigen Gasbusse und die ältesten Dieselbusse ersetzen sollen. In einer zweiten Etappe sollen die restlichen 64 E-Busse folgen. Gross war die Freude nicht nur beim Basler Bau- und Verkehrsdirektor, sondern auch bei den BVB. Man nehme diesen Entscheid des Grossen Rates erfreut zur Kenntnis, teilte das Unternehmen mit.

Als nächster konkreter Schritt stehe der Entscheid über die Lieferanten der ersten 62 E-Busse an, die ab 2022 auf den Basler Strassen unterwegs sein werden. Die Ausschreibung dafür laufe noch bis Mitte Januar 2021. In der ersten Jahreshälfte 2021 werde auch die Ausschreibung für die Planungsleistungen für den Neubau der Garage Rank enden, heisst es in der Mitteilung der BVB weiter. «Sobald der Grossratsbeschluss rechtskräftig ist, werden die BVB über die Vergabe dieser Ausschreibungen entscheiden», teilen die BVB weiter mit.