Es ist ein kleiner Zwischenerfolg für den 29-jährigen Todesprügler: Das Basler Strafgericht setzt für ihn vorläufig kein Strafmass fest, sondern gibt ein Gutachten in Auftrag. Damit soll geklärt werden, wie stark an jenem Abend im Juli 2018 der Einfluss von ärztlich verschriebenem Testosteron in Kombination mit starken Schmerzmitteln, Drogenersatzstoffen und Kokain gewesen war.

Das Verfahren wird solange ausgestellt, in einer weiteren Hauptverhandlung im Spätsommer soll dann das Strafmass festgelegt und auch über eine Landesverweisung sowie die Zivilforderungen der Hinterbliebenen entschieden werden. Weshalb die Medikamente verschrieben wurden, ist in der Verhandlung nicht ganz klar geworden. Offensichtlich wollte der ursprünglich 160 Kilogramm wiegende Täter Gewicht abnehmen, möglicherweise ging es aber auch um Muskelaufbau.

Die Beurteilung der Tat selber ist allerdings abgeschlossen: Die fünf Richter verurteilten den 29-Jährigen wegen vorsätzlicher Tötung. Gemäss zahlreicher Zeugenaussagen verpasster er dem Opfer in jener Sommernacht mehrere heftige Faustschläge, Am Ende hob er den 41-Jährigen hoch und liess ihn auf den Boden fallen. Nach der Tat verdrückte er sich, erst aufgrund einer Belohnung von 10'000 Franken konnte er durch Hinweise aus seinem Umfeld ermittelt werden.

Beim 19-jährigen Mittäter kam das Gericht zum Schluss, dass er mindestens einmal auf das Opfer eingeschlagen hat, als dieses durch die Schläge des Haupttäters bereits verletzt war. Gerichtspräsident Lucius Hagemann betonte, der 19-Jährige konnte aufgrund der vorherigen Schläge nicht darauf bauen, dass das Opfer nur leicht verletzt werde. Aber auch einen Tötungsvorsatz könnte man ihm im Gegensatz zum Mittäter aufgrund des einen Schlages noch nicht unterstellen und deshalb auch die Todesfolge nicht anrechnen. Deshalb gab es einen Schuldspruch wegen schwerer Körperverletzung.

Das Strafmass beträgt beim 19-Jährigen nominal 3,5 Jahre, allerdings wird es aufgeschoben zugunsten einer stationären Massnahme für junge Erwachsene. Diese ist auf vier Jahre beschränkt und kann lediglich einmal verlängert werden, der Schwerpunkt liegt auf Arbeit und Ausbildung. Wie gut das funktionieren wird, muss sich noch zeigen, denn zusätzlich zu dieser eigentlich integrativen Massnahme verhängte das Gericht auch einen anschliessenden Landesverweis von acht Jahren.

«Er hat ohne nachvollziehbaren Grund das brutale und rücksichtslose Vorgehen des Mittäters unterstützt», sagte der Gerichtspräsident zum Verschulden. Strafmildernd fiel allerdings ins Gewicht, dass der 19-Jährige selbst an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet.
Da er am Tod nicht direkt verantwortlich ist, wurden die Genugtuungsforderungen der Angehörigen an ihn vom Gericht abgewiesen.

Wie die Staatsanwaltschaft kann auch er das Urteil noch weiterziehen.