166 347 Zuschauerinnen und Zuschauer haben in der Saison 2015/16 insgesamt 529 Veranstaltungen des Theater Basel besucht. Das sind 2730 Personen weniger als in der Spielzeit zuvor. Doch der Vergleich zwischen der letzten Saison unter Georges Delnon und der ersten unter Andreas Beck ist unfair: Sanierungsarbeiten haben den Beginn der letzteren um fast sechs Wochen verzögert – und verkürzt.

Überhaupt sind Vergleiche dieses Mal schwierig bis unmöglich. Das zu betonen, wurden an der gestrigen Medienorientierung auch die Theaterleute nicht müde. Die grosse Bühne verfügt seit der Sanierung über weniger Plätze. Schauspiele finden wieder öfter auf der grossen Bühne statt. Handkehrum ist eine Ballettproduktion zum ersten Mal im Schauspielhaus gezeigt worden. Wo es weniger Plätze hat, steigt automatisch die prozentuale Auslastung – und umgekehrt.

Am meisten stolz ist die neue Theaterleitung auf folgende Zahl: 19. «Im Schnitt haben wir ein Plus von 19 Zuschauern pro Vorstellung», betonte Andreas Beck. Der Geschäftsbericht 2015/ 16 der Theatergenossenschaft, von Verwaltungsdirektorin Danièle Gross präsentiert, hält fest: 57 919 Personen besuchten eine von 125 Opern-Vorstellungen. Obwohl 2014/15 hier sieben Vorstellungen weniger gezeigt wurden, bringt es die Sparte unter der Leitung von Operndirektorin Laura Berman auf 4614 Zuschauer mehr.

Auch die Sparte Schauspiel verzeichnet einen Zuwachs: von 37 396 auf 42 425 Personen. Allerdings ist die Zahl der Produktionen auch von 204 auf 238 erhöht worden. Die Auslastung im Schauspiel weist auf den ersten Blick gar einen erschreckenden Abfall aus: von 65,6 auf 48,2 Prozent. Doch das liegt stark daran, dass neben dem Publikumsrenner «John Gabriel Borkman» das halb so gut besuchte Stück «Kinder der Sonne» auf der Grossen Bühne lief – nicht im kleineren Schauspielhaus.

«Wir haben ein Ballett zu wenig gemacht», konstatiert Andreas Beck nach der Medienkonferenz. 47 statt 63 Vorstellungen waren es insgesamt in dieser Sparte – auch das eine Folge der verkürzten Spielzeit. Die Ballettvorstellungen gehören in Basel traditionell zu den bestbesuchten. Gar auf nordkoreanische Zustimmungsverhältnisse kam Ballettchef Richard Wherlocks Choreografie «Tewje»: mit einer Auslastung von 93 Prozent. Einzig Hausregisseur Simon Stones preisgekrönte Ibsen-Adaption «John Gabriel Borkman» konnte diesen Wert übertreffen: 96,3 Prozent Auslastung. Platz Nummer drei im Ranking der beliebtesten Produktionen der Saison nimmt «Die Zauberflöte» ein, inszeniert von Julia Hölscher.

Mehr internationale Beachtung

Neben dem lokalen Zuspruch erfreut sich das Theater Basel wieder grösserer internationaler Beachtung. Das Presseecho habe deutlich zugenommen, «in allen Sprachen», sagte Verwaltungsratspräsident Samuel T. Holzach. Von der Zeitschrift «Theater heute» sei das Dreispartenhaus von 35 Kritikern lobend genannt worden; es landete auf Platz zwei in der Kategorie «Theater des Jahres». «John Gabriel Borkman» erhielt derart viele Auszeichnungen, dass man sie schon fast nicht mehr alle aufzählen kann. Ein prestigeträchtiger Nestroy-Preis für die beste Regie ist dabei, später bekam Regisseur Simon Stone einen weiteren für die Basler Inszenierung «Engel in Amerika».

Nicht zuletzt: Die Jahresrechnung schliesst mit einem Gewinn von knapp 50 000 Franken ab.