Es war eine ärgerliche Niederlage für die Mitteparteien. Am Ende besiegelten einige wenige Stimmen aus Riehen das Nein zur Stadtranderweiterung Ost, angetrieben durch eine Allianz von Grünen und SVP. Doch nun scheinen die Verlierer von damals den Rank doch noch zu kriegen. SP und CVP reichen Motionen ein, die das Gebiet um den Rankhof erneut als Wohnraum ins Auge fassen. Darüber hat die bz am Dienstag berichtet. Das Vorhaben findet auch bei anderen Parteien Unterstützung.

Das ist aus zwei Gründen nicht weiter verwunderlich: Zum einen hat der damalige Regierungspräsident Guy Morin schon wenige Wochen nach der Abstimmung eine Befragung durchführen lassen, die gezeigt hat: Das Volk will sich dereinst nochmals mit dem Osten der Stadt befassen. Zum anderen bewiesen nicht zuletzt die Abstimmung um das Lysbüchel sowie die vier Wohninitiativen, wie sehr das Thema Wohnen den Stimmenden auf den Nägeln brennt.

Das alte Bündnis steht

LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein spricht sich klar dafür aus, nochmals einen Anlauf zu wagen. «In welcher Form steht noch zur Diskussion, doch an der Haltung der LDP hat sich nichts geändert: Wir befürworten neuen Lebensraum an jener Stelle», sagt sie. Von Falkenstein spricht damit die Idee an, die Grenzacherstrasse neu entlang der Bahngeleise verlaufen zu lassen. Und ihren jetzigen Platz für Hochhäuser zu nutzen.

Mit der FDP wäre das Bündnis von 2014 wieder komplett. Wie ernst es dem Freisinn mit jenem Entwicklungsgebiet ist, zeigt schon ein Blick ins im August verabschiedete Parteiprogramm. «Die Ostranderweiterung ist im Rahmen eines neuen Projektes der Bevölkerung zur Abstimmung vorzulegen», steht darin, und darauf verweist Präsident Luca Urgese. «Wir freuen uns, wenn CVP und SP dies auch so sehen und werden entsprechende Vorstösse aller Voraussicht nach unterstützen», sagt er.

Selbst unter Grünen findet das Vorhaben Anklang. Grossrat Thomas Grossenbacher gehörte 2014 noch zu den grössten Gegnern einer Umzonung im Osten der Stadt. Doch auch er sieht das Entwicklungspotenzial am Rheinbord: «Dort, wo jetzt die Strasse verläuft, sind Wohnungsbauten tatsächlich eine Option», sagt er. Wehren würde er sich, sollte sich die Umzonung auf das Rheinufer ausdehnen.

Grundstein für Hochhäuser

Die beiden Motionen von CVP und SP fordern, dass die Regierung eine neue Planung für das Entwicklungsgebiet Osten an die Hand nimmt. Zuletzt hatte sie keine Anstalten in diese Richtung gemacht, vielmehr legte die Exekutive das Augenmerk auf die Umnutzung einstiger Industrieareale. Doch zumindest im Parlament scheint nun der Grundstein für zukünftige Hochhäuser im Hirzbrunnen gelegt.