Öffentliche Sportanlagen

Regierung will Baslern Beine machen – und gibt mit dem neuen Sportkonzept Gas

Der Bedarf nach Sport im öffentlichen Raum steigt.

Der Bedarf nach Sport im öffentlichen Raum steigt.

Ein neues Konzept soll die Lage für Freizeit- und Leistungssportler in der Region verbessern.

Im Sport würde man von einem klassischen Fehlstart sprechen. Regierungsrat Conradin Cramer (LDP) war kaum ein Jahr im Amt, da flog ihm der Laden um die Ohren. Ein unveröffentlichter interner Bericht listete gravierende Mängel in mehreren öffentlichen Sportanlagen auf. «Zustände wie in der DDR» attestierte der langjährige Leiter des Sportamts Peter Howald dem Gartenbad St. Jakob. Es kam zum Eklat und Howald wurde frühzeitig pensioniert.

Politisch blieb der Druck bestehen. Das Parlament forderte vom Erziehungsdirektor ein umfassendes neues Sportkonzept und eine Bestandesaufnahme aller Anlagen. Zumindest teilweise liegt dies nun vor. Die Regierung segnete diese Woche das Sportkonzept 2019 ab. Dieses ist aber erst der erste von drei Teilen. Das Sportkonzept fungiert als Grundlagenpapier, das die Richtlinien vorgibt. Darauf aufbauend sollen nun ein Konzept für die Sportanlagen und ein Aktionsplan Sport- und Bewegungsförderungen erarbeitet werden. Erst dann wird deutlicher, wie sich die Situation für Teilzeit-, Hobby- und Leistungssportler verändern wird.

Sportanlagen müssen multifunktional werden

Einzelne Schwerpunkte lassen sich bereits aus dem Sportkonzept herauslesen. Als wichtiges Thema wird etwa die Möglichkeit von Sport im öffentlichen Raum angesehen. Die Verfasser gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Individualsportarten wie Schwimmen, Joggen und Radfahren weiter ansteigt. Gleichzeitig wird in Basel der Platz knapp. «Wir müssen bei jedem Projekt die Multifunktionalität mitdenken», sagt Steve Beutler, Leiter des Sportamts. Die Infrastruktur müsse möglichst generationen- und sportartenübergreifend ausgestaltet sein. Als Beispiel nennt Beutler die Idee, dass bei verschiedenen Sportanlagen die Umkleidekabinen auch für Jogger geöffnet wurden. Gleichzeitig will das Sportamt abklären, ob die bestehenden Anlagen für neue Trendsportarten angepasst werden müssen. Daneben will das Sportamt aber auch den Vereinssport weiterhin unterstützen sowie zusätzliche Sport- und Bewegungsangebote in Anbindung an Schule und Beruf entwickeln.

SP-Grossrat Thomas Gander, der die Forderung eingebracht hatte, begrüsst das neue Sportkonzept: «Es ist eine gute und ambitionierte Grundlage» Das Konzept greife wichtige Themen auf, etwa die Frage wie Sport bei der Quartierentwicklung einbezogen würde. «Heute wird an Schulhäuser und Tramstationen gedacht, an die Infrastruktur für Sport aber kaum.» Allerdings sei seine Motion nur teilweise erfüllt. «Eine konkrete Investitions- und Infrastrukturplanung fehlt noch», sagt Gander. «Erst dann zeigt sich, was wirklich hinter den Worten steckt.»

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