Poker
Razzia bei Pokerturnier in Basel

In einem Pokerclub in Basel ist am Mittwochabend eine Razzia durchgeführt worden. Veranlasst wurde sie von der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) wegen Verdachts auf die Organisation von illegalen Pokerturnieren.

Merken
Drucken
Teilen
Illegale Pokerrunde in Basel aufgeflogen (Symbolbild)

Illegale Pokerrunde in Basel aufgeflogen (Symbolbild)

Keystone

Festgenommen wurde bei der Grosskontrolle niemand, wie es bei der ESBK auf Anfrage zu Medienberichten vom Donnerstag hiess. Hingegen wurden Computer, Spieltische sowie Bargeld beschlagnahmt.

Gegen die Verantwortlichen des Clubs wurde ein Strafverfahren eröffnet. Die rund 40 Teilnehmer des Turniers bleiben dagegen laut der ESBK unbehelligt, weil Pokerspielen nicht strafbar sei. Im Einsatz standen bei der Razzia rund 40 Vertreter der ESBK und Angehörige der Kantonspolizei Basel-Stadt.

Live auf Website

Weil der Basler Pokerclub seine Turniere jeweils live auf seiner Website im Internet überträgt, war auch die Razzia im World Wide Web zu sehen, wie Bilder auf dem «Blick»-Onlineportal zeigen. Davon habe die Spielbankenkommission im Voraus nichts gewusst, sonst hätte sie die Live-Übertragung verhindert, hiess es bei der ESBK weiter.

Hintergrund der Razzia ist ein Bundesgerichtsentscheid vom Frühling vergangenen Jahres. Damals qualifizierte das oberste Gericht das Pokerspiel als Glücks- und nicht als Geschicklichkeitsspiel. Als Glücksspiel fällt Poker unter das Spielbankengesetz. Straffrei ist gelegentliches Spielen in der Familie und mit Freunden.

Bisher wurden laut der ESBK rund zehn Razzien gegen als illegal eingestufte Pokerturniere durchgeführt.