Persönlich
Angebrachter Applaus

Nach dieser Landung applaudierte sogar unsere Redaktorin, obwohl das für sie eigentlich ein No-Go ist.

Aimee Baumgartner
Aimee Baumgartner
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Beim Flug kam alles anders als erwartet.

Beim Flug kam alles anders als erwartet.

Symbolbild: Roland Schmid

Der tosende Applaus nach der Flugzeuglandung ist etwas, das ich nie wirklich verstanden habe. Der Pilot bringt die Maschine wieder auf den Boden und erfüllt somit ihren Job. Für den Tramchauffeur, die Taxifahrerin oder den Zugführer klatschen wir ja auch nicht, obwohl Unfälle mit deren Fortbewegungsmitteln häufiger vorkommen.

Wir fliegen von London nach Basel. Doch der Sturm Ortrud verunmöglicht den Anflugversuch und das Flugzeug steigt wieder in die Höhe. «Ladies and Gentlemen, This Is Your Captain Speaking», ertönt es aus den Lautsprechern. Wir müssen notfallmässig in Genf landen. Die Angst und Verunsicherung nimmt zu.

Nach rund zwei Stunden Zwischenstopp in Genf und einer Audienz beim Piloten geht es für uns doch noch Richtung Basel. Die Turbulenzen sind unterdessen noch heftiger geworden. Von Kleinhüningen her fliegen wir über den Rhein, die Menschen bei der Schifflände sind sogar als Individuen erkennbar. Was ist das bloss für eine Anflugschneise? Wären wir doch in Genf ausgestiegen.

Doch der Pilot will den Kampf gegen Ortrud gewinnen. Mit Müh und Not kann er das wackelige Flugzeug landen. Erleichterung macht sich breit. Ein Applaus für diese Leistung des Piloten ist mehr als angebracht. Dennoch wird dies nicht zur Gewohnheit werden, denn eine gelungene Landung unter normalen Bedingungen sollte man voraussetzen können.