Nachgefragt
Pascal Kottmann über seine Plakette: «Ich wollte den Corona-Wahnsinn auf lockere Art zeigen»

Das Basler Grafiker Pascal Kottmann ist der Mann hinter der neuen Fasnachtsplakette. Es ist schon das fünfte Mal, dass sich das Comité für einen seiner Entwürfe entschieden hat.

Aimee Baumgartner
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Entworfen wurde die neue Plakette vom Basler Grafiker Pascal Kottmann.

Entworfen wurde die neue Plakette vom Basler Grafiker Pascal Kottmann.

Juri Junkov

Pascal Kottmann, einige Künstlerinnen und Künstler haben mehrere Entwürfe eingereicht. War das bei Ihnen auch so?

Pascal Kottmann: Bei mir waren es dieses Mal zwei Stück. Beide Entwürfe hatten mit der Situation rund um die Coronapandemie zu tun – sie waren aber sehr unterschiedlich.

Sie haben sich für das Symbol der WC-Papierrolle entschieden, das auf die Hamsterkäufe anspielt. Wie kam es dazu?

Diese Hamsterkäufe haben mich fasziniert. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass wir in der luxuriösen Schweiz so ein Drama um Toilettenpapier machen können. Da war mir sofort klar, dass das ein Thema für die Fasnacht ist. Und ab diesem Moment liess es mich nicht mehr los. Und man kann es ehrlich sagen: die ganze Situation ist «vrschisse».

Was sind weitere Überlegungen, die Sie gemacht haben?

Die WC-Papierrolle kann man schier ewig ausrollen. Das Ende ist nicht in Sicht – und das passt ebenfalls zur ganzen Thematik. Mir war aber auch wichtig, dass man den klaren Bezug zu Fasnacht erkennt und die Plakette dynamisch erscheint. Zudem war für mich logisch, dass ich das Schnitzelbank-Comité zu seinem 100-Jahr-Jubiläum ehren möchte.

So sieht die Plakette für die abgesagte Basler Fasnacht aus.

So sieht die Plakette für die abgesagte Basler Fasnacht aus.

Zur Verfügung gestellt

Ist es in gewisser Weise eine Ehre, dass Ihre Plakette für ein Jahr ohne Basler Fasnacht ausgewählt wurde?

Natürlich ist es auch etwas Schönes, denn es bleibt in Erinnerung. In dieser schwierigen Situation war es für mich ein riesiger Anreiz, eine Plakette zu realisieren, die den ganzen Corona-Wahnsinn auf eine lockere Art präsentiert. Es wird sicher in die Geschichte eingehen. Irgendwann denkt man zurück und sagt: «Erinnerst du dich noch an die Plakette mit der WC-Papierrolle? Da gab es keine Fasnacht!».

Wieso haben Sie sich für einen humoristischen Ansatz entschieden? In den Kriegsjahren, in denen es keine klassische Fasnacht gab, wurden melancholische Sujets gewählt.

Das wäre durchaus eine Möglichkeit gewesen. Mir war aber wichtig, dass es keine ermüdende Plakette wird. Ich wollte etwas Frisches und Lockeres zum Thema beitragen.

Glaubten Sie beim Realisieren Ihrer Entwürfe noch an eine Fasnacht im 2021?

Ich habe mir gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht was kommt – das konnte man ja gar nicht. Mir war jedoch bewusst, dass uns Corona noch lange begleiten wird. Aber trotzdem waren die Begeisterung und die Motivation gross, so eine Plakette zu machen.

Welche der Plaketten kann man ab dem 2. Januar an Ihrer Jacke sehen?

Ich finde die Kupfer-Plakette immer am schönsten. Das Material hat eine gewisse Wärme – es ist aber auch zugleich auf eine positive Weise altbacken.