Don't worry be happy Bar
Nach Schlägerei am Barfüsserplatz: «Die Polizei schädigt meinen Ruf»

Wegen einer Polizeimeldung bleiben die Gäste in der «don’t worry be happy bar» aus. Dies, weil sich die Beteiligten der Schlägerei vom 9. August zuvor in diesem Lokal befunden haben sollen. Die Betreiberin wehrt sich nun gegen diese Anschludigung.

Ayse Turcan
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Stéphanie Corbelli hofft, dass die Stammgäste zahlreich zurückkehren.

Stéphanie Corbelli hofft, dass die Stammgäste zahlreich zurückkehren.

Kenneth Nars

«Nach Schlägerei am Barfüsserplatz: Zwei Beteiligte festgenommen.» So lautet der Titel einer bz-Online-Meldung vom 9. August. Im Beitrag geht es um eine gewalttätige Auseinandersetzung, die sich am frühen Sonntagmorgen am Barfüsserplatz zugetragen hat. Ein 19-jähriger Jugendlicher wurde dabei durch eine Stichwaffe verletzt und musste ins Spital gebracht werden. Der Polizei gelang es kurze Zeit später, zwei mutmassliche Täter festzunehmen.

In den ersten Zeilen der amtlichen Medienmitteilung, auf die sich der Artikel bezog, wird der Ort des Geschehens genau genannt: «Die bisherigen Ermittlungen (...) ergaben, dass es nach dem Aufenthalt in der vor dem Lokal zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gekommen war.» Doch das sei schlicht falsch, ärgert sich die Betreiberin der Bar.

Stammkundschaft ist eingeschüchtert

Seit acht Jahren führt Stéphanie Corbelli die «don’t worry be happy Bar» am Barfüsserplatz 17. Bekannt ist das Lokal vor allem für seine Karaoke-Anlage und die feuchtfröhliche Atmosphäre frühmorgens, wenn die letzte Runde in den anderen Bars schon längst vorbei ist.

Ein Teil der Stammkundschaft bleibe seit dem Vorfall auf dem Barfüsserplatz und der Berichterstattung in den Basler Medien aus – weil die Leute Angst hätten, sagt Corbelli. Und das laut der Gastronomin zu Unrecht: «Die Personen, die in die Schlägerei verwickelt waren, waren keine Gäste meiner Bar, und die Schlägerei hat auch nicht vor dem Lokal stattgefunden.»

Neben der bz haben auch andere Basler Medien die Meldung der Staatsanwaltschaft zum Vorfall aufgegriffen. «Telebasel» titelte etwa: «19-Jähriger bei Streit vor ‹don’t worry be happy Bar› niedergestochen.» Diese Berichterstattung empfindet die Barbesitzerin als geschäftsschädigend. Da die Artikel auf einer offiziellen Meldung basierten, verlangt Corbelli eine Richtigstellung. Sie sagt: «Die Polizei schädigt meinem Ruf.» Doch die Behörden zeigen laut Corbelli kein Entgegenkommen: «Ich war letzten Donnerstag auf dem Polizeiposten und hatte ein Gespräch mit einer Polizistin. Obwohl ich ihr meine Überwachungsvideos gezeigt habe, die beweisen, dass meine Bar nichts mit der Schlägerei zu tun hat, wollte sie nichts unternehmen.»

Kriminalkommissär Rene Gsell, der die Medienmitteilung zum Vorfall verfasst hat, hält an seiner Version fest: «Die Staatsanwaltschaft bezieht ihre ersten Informationen direkt von der Kantonspolizei.» Daraus sei klar hervor gegangen, dass sich mindestens ein Beteiligter im Lokal aufgehalten und sich die Auseinandersetzung vor dem Lokal abgespielt habe.

Medienmitteilung basiert auf Polizeirapport

Im Rahmen der Ermittlungen durch die Kriminalpolizei wird der genaue Tathergang abgeklärt. Gsell betont, dass genau das in der Medienmitteilung steht: «Erste Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben...» Dies bedeute, dass im Rahmen der weiteren Ermittlungen der genaue Tathergang abgeklärt werde. Gsell sagt weiter: «Medienmitteilungen erfolgen im Rahmen eines Zeugenaufrufs.»

Wirtin Stefanie Corbelli kann somit nicht auf eine Richtigstellung seitens der Behörden hoffen. Sollte es nach Abschluss der Ermittlungen zu einer Gerichtsverhandlung kommen, könnte dort der Tatort oder Tathergang berichtigt werden. Ob es zu einer Verhandlung kommt, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch unklar.