Brücke

Lücke für den Velo- und Fussgängervekehr: Die Zollibrücke soll kommen – trotz des Neins vom Volk zum Veloring

(Symbolbild / Hoch-Seilkunst auf der Velobrücke über die Maggia)

(Symbolbild / Hoch-Seilkunst auf der Velobrücke über die Maggia)

Basel-Stadt soll seine Zollibrücke definitiv bekommen. Das Projekt sei zu wichtig, so die Regierung. Die Frage ist nur, in welcher Form.

Die Veloquerung über die Gleise der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF hinter dem Zolli wurde von der Regierung bereits als zentraler Teil des Basler Velorings hervorgehoben. Jetzt soll die Brücke trotz des Neins vom Volk zur Veloschnellroute rund um die Stadt gebaut werden. Zu wichtig sei das Projekt, um es definitiv zu beerdigen, wie die Regierung am Freitag in einer Antwort auf eine Motion von SP-Grossrat Semseddin Yilmaz schreibt. Die Brücke schliesse eine wichtige Lücke für den Velo- und Fussgängerverkehr zwischen Basel West und Gundeldingen beziehungsweise dem Bahnhof Basel SBB.

Dass sich die Regierung vom Abstimmungs-Nein zum Veloring nicht vom Bau der Brücke abhalten lässt, kam bereits im Herbst 2019 zum Ausdruck. Damals tauchte die Querung im kantonalen Richtplan und konkreter noch in den Teilrichtplänen zum Velo- und Fussgängerverkehr auf. Schliesslich, so die Regierung, sei die Zollibrücke schon lange vor der Veloring-Initiative im Agglomerationsprogramm des Bundes eingereicht und zur Mitfinanzierung genehmigt worden. Kurz: Das Projekt ist schon deutlich älter als der verworfene Veloring und steht für sich alleine.

Das alte Projekt braucht eine neue Berechnung

Die Frage ist nur, wann die Zollibrücke denn endlich gebaut wird. So alt wie das Projekt ist, sind weder Kosten noch Ausgangslage mehr aktuell. 2006 wurde noch mit 1,2 Millionen Franken für den Bau gerechnet. Das reicht heute längst nicht mehr aus. Wie viel teurer die Brücke wird, will die Regierung nun ausrechnen lassen. Denn die Planung des Herzstücks, also der Zug-Durchmesserlinie durch Basel, sowie der Elsässerbahn und deren allfälligen Überdachung spielen mittlerweile eine noch grössere Rolle als damals. Schliesslich ist just jener Schienenabschnitt, den die Zollibrücke überqueren soll, von diversen baulichen Massnahmen betroffen, die selbst wiederum in der Schwebe sind.

Entsprechend bedingt sich die Regierung nun Zeit aus. «Die als Grundlage für die weitere Projekterarbeitung der Zollibrücke notwendigen Resultate sollen im Laufe von 2021 vorliegen», heisst es in der Antwort auf die Motion. Die konkreten Arbeiten sollen erst dann beginnen, wenn alle Rahmenbedingungen geklärt sind.

Beteiligt daran sind einige Stellen: Der Kanton muss mit dem Bundesamt für Verkehr, mit den SBB und mit dem Zoo Basel das weitere Vorgehen regeln. Zeitlich rechnet die Regierung mit rund drei Jahren, die sie benötigt, um eine Ausgabenbewilligung zu erstellen.

Die Motion forderte hingegen eine Evaluation innert zwei Jahren. Die Unterzeichnenden befürchteten, dass bei Nichtabmeldung des Projekts aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes dem Kanton Strafpunkte angerechnet werden könnten. Dies hätte dazu führen können, dass Unterstützungsleistungen des Bundes für weitere Projekte des Kantons um höhere Millionenbeträge gekürzt werden oder gar entfallen könnten.

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