Prozess
Krawalle aus dem Jahr 2016: Fünf Hooligans sollen in den Knast

16 Fussballfans müssen sich wegen Ausschreitungen vor dem Basler Strafgericht verantworten. Die Basler Staatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafen bis zu 30 Monaten.

Patrick Rudin
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Schweiz am Wochenende

Joggeli-Ausschreitungen Am Mittwochnachmittag hatte im Basler Hooligan-Prozess Staatsanwalt Stephan Kindler das Wort: Alle 16 Angeklagten waren nach seiner Darstellung an den Ausschreitungen im April 2016 vor dem Joggeli zweifellos beteiligt. Hauptsächlich geht es um die Vorwürfe des Landfriedensbruchs und Gewalt gegen Beamte, bei einzelnen Männern kommen noch weitere Delikte dazu. «Es ist nicht relevant, welchen Weg die Polizei wählte, um auf den Bahndamm zu gelangen», kommentierte er die Diskussionen der letzten Tage um die damalige Polizeitaktik. «Die Behauptungen, die wir von den Beschuldigten und ihren Anwälten in Endlosschleife gehört haben, rechtfertigen die Taten nicht», sagte Kindler.

Für insgesamt 11 Angeklagte forderte er bedingte Freiheitsstrafen zwischen 10 und 15 Monaten. Dies betrifft in erster Linie diejenigen Männer, die lediglich Teil des Mobs waren und keine gravierenden Vorstrafen aufweisen. Für fünf weitere Angeklagte allerdings geht es um die Wurst: Vor allem wegen diverser Vorstrafen sei ihnen eine schlechte Prognose zu stellen, weshalb laut Kindler nur eine unbedingte Freiheitsstrafe in Frage kommt. Das Strafmass für die fünf Männer variiert dabei von 12 bis zu 30 Monaten.

Die höchste Gefängnisstrafe mit 30 Monaten forderte er für einen 32-jährigen Mann, der als Randalierer besonders aktiv gewesen sei und auch einen Polizisten angegriffen habe. 24 Monate unbedingt soll ein heute ebenfalls 32-Jähriger erhalten, dem auch ein nächtlicher Angriff nach einem Barbesuch im Sommer 2016 im Gerbergässlein vorgeworfen wird. Der Antrag von 20 Monaten unbedingt betrifft einen ehemaligen Brandstifter, der bereits im Massnahmenvollzug war und als Problemfall eingestuft wird.

«Polizei muss gescheiter handeln als die Fans»

Am Mittwoch kamen auch die ersten Verteidiger zu Wort: Anwältin Manuela Schiller betonte, die Plattform sei natürlich keine No-go-Area. «Aber die Polizei muss sich trotzdem überlegen, was sie macht. Sie muss gescheiter handeln als die Fans». Mehrere Videoaufnahmen stünden im Widerspruch zu den Aussagen von Polizisten, so sehe man beispielsweise nichts von angeblich geworfenen Gegenständen. Für ihren Mandanten forderte sie einen Freispruch, weil seine Teilnahme nicht nachgewiesen sei, die Beweisvideos seien unscharf und verwackelt. Bis Ende Woche plädieren die 15 anderen Verteidiger, das Urteil fällt am 12. März.