Kommentar
Kunstmuseums-Parking: Ein Desaster mit Ansage

Die Auslastung ist lächerlich gering – doch das war absehbar. Das neue Parking beim Basler Kunstmuseum entsprang nicht einer Notwendigkeit, sondern einem politischen Deal.

Patrick Marcolli
Patrick Marcolli
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Gähnende Leere: Blick in das zweite Geschoss des neuen Parkings beim Kunstmuseum. Es verfügt über 350 Parkplätze auf vier Etagen.

Gähnende Leere: Blick in das zweite Geschoss des neuen Parkings beim Kunstmuseum. Es verfügt über 350 Parkplätze auf vier Etagen.

Bild: Keystone

Es zeichnet sich bereits heute ab: Das Parking beim Kunstmuseum wird zum Desaster. Selbstverständlich lässt sich die Auslastungsquote seit der Eröffnung vor drei Monaten nicht hochrechnen auf die kommenden Jahre; es kann gut sein, dass der Bekanntheitsgrad dieses über 50 Millionen Franken teuren unterirdischen Bauwerks noch grösser wird. Dennoch: Basel hat das Kunstmuseums-Parking nie gebraucht und wird es nie brauchen.

Es ist ein Hohn, dass dort täglich Hunderte von Parkplätzen unbesetzt bleiben, während sich in Quartieren der Suchverkehr durch die engen Strassen quält. So ist es eben, wenn mehr faule als kluge politische Kompromisse (neues Innenstadt-Parking gegen Sperrung der Mittleren Brücke für die Autos) Realität werden.

Gute Architektur, so hat ein bekannter Basler Architekt einmal gesagt, lasse sich daran messen, wie einfach ein Bauwerk für einen neuen Zweck umgenutzt werden kann. Man sollte mit dem Kunstmuseums-Parking, mit dessen Gestaltung die Investoren sich sichtlich Mühe gaben, bald die Probe aufs Exempel machen und daraus beispielsweise einen Club machen.