Jahresergebnis
Claraspital bekam Corona 2020 zu spüren: Weniger Patienten und schlechtere Finanzen

Das St. Claraspital im Basler Hirzbrunnen-Quartier blickt auf ein spezielles Jahr 2020 zurück. Die Coronapandemie hatte grosse Auswirkungen, aber auch die Inbetriebnahme des 110-Millionen-Ersatzneubaus.

Michael Nittnaus
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Der Ersatzneubau Hirzbrunnen des Claraspitals ist bereits seit August 2020 in Betrieb.

Der Ersatzneubau Hirzbrunnen des Claraspitals ist bereits seit August 2020 in Betrieb.

Bild: zvg

In der öffentlichen Wahrnehmung ging es fast etwas unter, doch zu den Spitälern, die laut bikantonalem Versorgungskonzept für die Betreuung der Covid-19-Patienten zuständig sind, zählen nicht nur das Basler Unispital und das Kantonsspital Baselland, sondern auch das Claraspital.

Im Rahmen der Video-Präsentation des Jahresberichts 2020 war dies denn auch eines der zentralen Themen. Das gemeinnützige Privatspital legte dazu einige Zahlen auf den Tisch. So hat es seit Beginn der Pandemie 192 Covid-Patienten auf den Kohortenstationen sowie 32 davon auf der Intensivstation behandelt. Das Claraspital betreibt drei Covid-Einheiten: Auf der Notfallstation werden Patienten getestet und die Tests seit Anfang 2021 alle inhouse analysiert. 1566 Patienten wurden unterdessen getestet. Auf speziellen Bettenstationen sowie der Intensivstation werden Coronapatienten stationär betreut, teil auch mit Beatmungsgeräten.

Verlust von 3,6 Millionen Franken

Dieser Aufwand hatte 2020 seinen Preis: Die Jahresrechnung des Claraspitals schliesst mit einem Verlust von 3,6 Millionen Franken ab. Der Gesamtertrag beträgt 222,1 Millionen Franken. Das Claraspital hält in seiner Medienmitteilung direkt fest: «Das bundesrätliche Verbot, Wahleingriffe zu tätigen, hat zu einem finanziellen Schaden geführt, der bis Ende 2020 nicht wett gemacht werden konnte.» Das Claraspital weist aber auch darauf hin, dass der Kanton Basel-Stadt 10,78 Millionen Franken an Unterstützungsgeldern zahlte.

Bei den Patientenzahlen gab es einen Rückgang: Stationär um etwa 5,3 Prozent, sodass noch 10'520 Patienten aufgenommen wurden. Ambulant nahmen die behandelten Fälle um 2,5 Prozent ab auf 40'942 Patienten. Der grösste Teil der ambulanten Behandlungen fand auf der Notfallstation statt. Leicht gewachsen ist nicht zuletzt wegen der Pandemie der Bereich Pneumologie, weniger Patienten kamen dagegen coronabedingt, um sich in den Bereichen Tumor/Bauchchirurgie behandeln zu lassen - dem eigentlichen Schwerpunkt des Claraspitals.

Mitten im ersten Pandemiejahr konnte das Claraspital im August 2020 den Betrieb des Ersatzneubaus Hirzbrunnen aufnehmen. 530 Mitarbeitende arbeiten im neuen Haus, was fast der Hälfte der Belegschaft entspricht. Unter anderem ist der 24-Stunden-Notfall des Claraspitals im Erdgeschoss untergebracht. Der Ersatzneubau kostete insgesamt 110 Millionen Franken. Das Claraspital betont, dies aus eigener Kraft gestemmt zu haben.