Grosse Namen
Es rockt wieder in der Basler Joggeli-Halle

Die Basler St. Jakobshalle erlebt vor ihrer Sanierung ein Comeback als Konzerthalle: 2012 spielen die Rockgrössen Muse und Marilyn Manson und 2013 ist mit dem «Musikantenstadl» die Schlager- und Folkloreveranstaltung des deutschsprachigen Raumes schlechthin zu Gast.

Pascale Hofmeier
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Nach Jahren ohne grosse Konzerte spielen nun wieder Bands mit klingenden Namen wie Muse oder die Toten Hosen in der St. Jakobshalle. MTO

Nach Jahren ohne grosse Konzerte spielen nun wieder Bands mit klingenden Namen wie Muse oder die Toten Hosen in der St. Jakobshalle. MTO

MTO/(Archivbild)

Der jüngste Coup: Die isländische Band Sigur Rós wird am 24. Februar ihre einzige Schweizer Show in Basel spielen, der Vorverkauf beginnt heute.

Verfügbarkeit und Glück

Warum ausgerechnet jetzt so viele publikumswirksame Bands in Basel auftreten, habe viel mit den Gesetzen der Branche zu tun, sagen Hallenbetreiber und Veranstalter. «Die Verfügbarkeit der Halle an einem spezifischen Datum spielt eine grosse Rolle, dann braucht es auch ein Quäntchen Glück und gute Beziehungen zu den Veranstaltern», sagt Michel Loris-Melikoff, Geschäftsführer der St. Jakobshalle. Direkte Konkurrenz hat die
St. Jakobshalle von der Grösse her gesehen nur mit dem Zürcher Hallenstadion und der Arena in Genf.

Beispielsweise für das Konzert von Muse haben das Datum und das Glück zusammengespielt. Allerdings: «Muse bringt uns an die Grenzen unserer Möglichkeiten», sagt Loris-Melikoff. Noch grössere Produktionen seien nicht möglich. Mit ein Grund ist, dass derzeit 40-Tonnen-Lastwagen nicht in die Halle fahren können.

Aus der Sicht von Loris-Melikoff gibt es aber auch durchaus weitere Gründe, warum mehr Konzerte in der Halle stattfinden: «Wir haben in das Ambiente investiert.» Zudem sei man heute flexibler, könne den Innenbereich für 5000 oder 9000 Personen ausgestalten. «Das wirkt sich auch auf den Preis aus.»

Technik behebt Akustikmängel

«Muse kann eine grössere Halle füllen», bestätigt Micha Günter, Mediensprecher des Konzertveranstalters Appalooza. Die Band hat vor zwei Jahren 35000 Leute ins Berner Stade de Suisse gezogen. Entsprechend schnell waren die 9000 Tickets für das Konzert in Basel verkauft. Auf dem Schwarzmarkt werden diese inzwischen für 250 Franken gehandelt – das ist fast dreimal so viel, wie die 90 Franken im ordentlichen Vorverkauf.

Weil das Hallenstadion für das Auftrittsdatum von Muse besetzt war, hat sich die Band für die St. Jakobshalle entschieden. Aus Sicht des Veranstalters sprechen auch die Lage und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr für die Arena. «Die Zusammenarbeit ist sehr gut und die Halle hat eine gute Grösse.» Angesprochen auf die mangelhafte Akustik, erklärt Günter, dass diese nicht negativ aufgefallen wäre: «Wir haben heute bessere Möglichkeiten mit den Soundanlagen als noch vor zehn Jahren.» Mit einer angemessenen Ausrichtung der Lautsprecher sei es abhängig vom Tontechniker fast überall möglich, eine gute Soundqualität zu erreichen.

Das bestätigt Gérard Jenni, Geschäftsführer von Good News Productions, die ebenfalls regelmässig Anlässe in der St. Jakobshalle durchführen: «Ein guter Tontechniker kann eine schlechte Akustik korrigieren.» Jenni warnt davor, aus einer Häufung von grossen Konzerten in einer Halle einen Trend abzuleiten. «Das hängt immer auch davon ab, welche Bands auf Tournee sind.» Und dann sei die Lage weniger wichtig als die Verfügbarkeit.

Zufall hin oder her: Das Basler Standortmarketing ist glücklich, dass wieder mehr grosse Veranstaltungen in der St. Jakobshalle stattfinden. «Es ist eine attraktive Halle, das ist für uns wichtig», sagt Sabine Horvath, Leiterin des Standortmarketings. Vor allem in Hinblick auf den «Musikantenstadl» – der mit sechs Millionen TV-Zuschauern in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein gigantisches Werbefenster für Basel sein wird.