Eröffnung
Arbeitsplätze, Konzertsaal und eine Skybar: Der Kasernen-Neubau füllt sich ab April mit Leben

Nach dem jahrelangen Umbau und mehreren Verzögerungen ist es endlich soweit: Die renovierte Kaserne öffnet um April ihre Tore. Fest stehen bereits über zehn Organisationen und Kulturschaffende, die in das «K-Haus» einziehen werden.

Zara Zatti
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Das Plaza im Kasernen-Neubau soll zu einem Ort des Austausches werden.

Das Plaza im Kasernen-Neubau soll zu einem Ort des Austausches werden.

Kenneth Nars

Der rötliche Steinboden ist noch mit Staub bedeckt, es riecht nach Farbe, ab und zu unterbrechen Bauarbeiter die Erläuterungen zum neuen Kasernen-Hauptbau. «Es ist noch eine Baustelle», sagt Elias Schäfer, Präsident des Verwaltungsrates der neuen Betreiberfirma «K-Haus» am Medienrundgang vom Mittwoch. Doch schon in wenigen Tagen sollen im umgebauten Kasernenbau die ersten Mieter einziehen und das Gebäude mit Leben füllen.

Das Herz des «K-Haus» – dem Haus voller Möglichkeiten – wie es die Betreiber nennen, bildet die Plaza, der Durchgang zwischen Rheinpromenade und Kasernenplatz. Diese Passage forderten die Baslerinnen und Basler in einer Volksabstimmung. Sie soll aber mehr werden als eine praktische Verbindung: «Es soll hier vibrieren wie in einem Bienenstock», sagt Schäfer.

Die Idee: Ein Ort, der die Bevölkerung zum Verweilen einlädt ohne den Zwang etwas konsumieren zu müssen. Bei einem solch prominenten Ort sei es nicht ganz einfach, alle zufrieden zu stellen: «Die Erwartungshaltung ist gross, uns war es vor allem wichtig, eine grosse Nutzungsdichte zu erreichen.»

Blick von unten: Die drei zylinderförmigen Kronleuchter sind ein Highlight des neuen Baus.

Blick von unten: Die drei zylinderförmigen Kronleuchter sind ein Highlight des neuen Baus.

Kenneth Nars

Über zehn Mieterinnen und Mieter stehen bereits fest

Betreiberin des neuen Hauptbaus ist die K-Haus AG, an die der Betrieb im Verlaufe des Projekts von der Fluxdock AG überging. Die meisten Mieterinnen und Mieter haben ihren Vertrag mit der K-Haus AG abgeschlossen. Fest stehen bereits über zehn Organisationen, darunter etwa das Polyfon Festival Basel oder terres des hommes schweiz.

Letztere hatte ihre Büroräumlichkeiten während 20 Jahren an der Laufenstrasse im Gundeldinger Quartier. Der Umzugstermin für die rund 25 Mitarbeitenden in Basel erfolgt Mitte Juni.

«Der Co-Working-Space passt super zu uns, weil er die neu gewonnene Flexibilität unserer Arbeitsformen zwischen Homeoffice, hybriden Sitzungen und konzentriertem Arbeiten optimal fördert», sagt Franziska Lauper von terre des hommes Schweiz.

Soll bald für die Öffentlichkeit zugänglich sein: Die Plaza mit Zugang zum Rhein.

Soll bald für die Öffentlichkeit zugänglich sein: Die Plaza mit Zugang zum Rhein.

Kenneth Nars

Es gibt aber auch Organisationen, deren Mietverträge direkt über den Kanton Basel-Stadt laufen. Dazu gehören die Kulturwerkstatt Kaserne, die Moschee, der Wasserfahrer-Verein und die Gastronomiebetriebe im Haus. Von insgesamt drei Gastroangeboten im Gebäude stehen zwei fest: Die Rhyschänzli-Gruppe übernimmt das Café und Cécile Grieders Grenzwert-Gruppe die geplante Skybar im Turm.

Wer das Restaurant betreiben wird, steht auch kurz vor der Eröffnung des Gebäudes noch nicht fest. Nach einem ersten Versuch musste der Kanton den Betrieb nochmals neu ausschreiben. Das Café und die Bar befinden sich derzeit noch im Umbau, eröffnet werden sollen sie Ende April und Anfang Juni.

Coworking-Space und Platz für Veranstaltungen

Das Haus hat fünf Veranstaltungsräume, in denen der Bevölkerung ein abwechslungsreiches Programm geboten werden soll, darunter einen grossen Saal, der auch für Konzerte genutzt werden kann. Für den Mai steht bereits der erste Workshop fest: Bei einem Handwerker aus der Region können Interessierte lernen, wie man aus Bambus ein Velo baut.

Damit möglichst viele eine Veranstaltung durchführen können, soll der Preis variieren. «Die Kosten können sinken, wenn es sich um ein niederschwelliges, öffentliches oder ehrenamtliches Projekt handelt», erklärt Schäfer.

Die Arbeitsplätze im obersten Stock sind offen gestaltet.

Die Arbeitsplätze im obersten Stock sind offen gestaltet.

Kenneth Nars

Der oberste Stock im «K-Haus» ist für Arbeitsplätze reserviert. Dabei setzt das Konzept wieder ganz auf Austausch und Interaktion. So wird keine der eingemieteten Organisationen einen abgetrennten Raum haben, der Platz wird gemeinsam genutzt. Insgesamt stehen 130 Arbeitsplätze zur Verfügung, laut Schäfer sind schon rund 100 davon besetzt.

Den Mieterinnen und Mietern stehen dabei drei verschiedenen Modelle zur Verfügung. Eine bestimmte Anzahl an Arbeitsplätzen können sie fix mieten, andere Plätze kann man gemischt nutzten und dann gibt es noch Angebote für Personen, die sich nur selten im Haus aufhalten.

Anfang Mai ist das Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich

Um die Inneneinrichtung des Hauptbaus kümmerte sich das Studio Banana, und setzte dabei auf ein Re-use-Konzept. So wurde der grösste Teil der Möbel und Inneneinrichtungen zweiter Hand von Firmen in der Region bezogen, aufgefrischt und auf die Nutzung im «K-Haus» adaptiert.

Alle, die sich nicht im «K-Haus» eingemietet haben, müssen sich noch ein wenig gedulden: Zugänglich für die Öffentlichkeit soll das Gebäude Anfang Mai werden.

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