Basler Fasnacht
Eine Vernissage nur per Video und die Plakette kommt per Post

In Zeiten von Corona muss sich das Basler Fasnachts-Comité überlegen, wie die Präsentation der Plakette ohne Gäste stattfinden kann.

Aimee Baumgartner
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Der Basler Gestalter Kurt Walter mit den von ihm entworfenen Plaketten zur Fasnacht 2020. Das Motto lautete "Heb di fescht"

Der Basler Gestalter Kurt Walter mit den von ihm entworfenen Plaketten zur Fasnacht 2020. Das Motto lautete "Heb di fescht"

Georgios Kefalas Keystone-SDA

Für die Obfrauen und Obmänner der Fasnachtsformationen ist die Vernissage für die Plakette in der Regel ein Fixpunkt. Jeweils zwischen Weihnachten und Neujahr wird das Schmuckstück vorgestellt. Vor Ort im Basler Volkshaus wird gestaunt, geplaudert und getrunken. In diesem Jahr wird es aber keine Vernissage im gewohnten Rahmen geben.

Das Fasnachts-Comité entschied, die geplante Veranstaltung am 30. Dezember abzusagen. Das Risiko von Ansteckungen mit dem Coronavirus sei zu gross, heisst es auf Anfrage. Bei der Vernissage würden sich rund 500 Personen in einem Raum befinden, das könne das Comité im Hinblick auf eine geplante Fasnacht nicht verantworten.

Die Plaketten zur abgesagten Fasnacht 2020.

Die Plaketten zur abgesagten Fasnacht 2020.

GEORGIOS KEFALAS

Dafür haben die von der bz angefragten Cliquen Verständnis. «Ich finde es zwar schade, weil ich jedes Jahr an der Vernissage dabei war, trotzdem kann ich es auch nachvollziehen», sagt Beat Nickler, Obmann der Komplizierten. Auch Rhygwäggi-Obmann Patrick Weber zeigt sich einsichtig: «Selbstverständlich unterstütze ich die Entscheidung. Es wäre unverantwortlich und sowieso gegen die Auflagen, in der momentanen Situation sich zu so einem Event zu treffen.»

Denkbar sei eine Vernissage per Videoübertragung

Auf die Gratis-Gold-Plakette müssen die Obleute aber nicht verzichtet, bestätigt das Comité. Diese wird ausnahmsweise nicht ausgeteilt, sondern per Post verschickt. Nach wie vor stattfinden soll die Präsentation der Plakette und des Mottos der Basler Fasnacht vor den Medien, die ebenfalls für den 30. Dezember angesetzt ist. Die Planung sei im Gange, sagt Mathias Brenneis, Comité-Mitglied im Ressort Plaketten. «Wir prüfen Möglichkeiten, wie wir die Obleute trotzdem an der Präsentation teilhaben lassen können – beispielsweise über eine Video-Übertragung.»

Eine Idee, die bei Rhygwäggi-Obmann Weber gut ankommt: «Einer Präsentation in einem Livestream würde ich höchstwahrscheinlich beiwohnen und mir die Plakette 2021 so ansehen.» Weniger Begeisterung löst das Vorhaben des Comités hingegen bei Pfluderi-Obmann Lukas Kissling aus: «Ich glaube, dass auf diesen doch eher unwichtigen Teil der Vernissage verzichtet werden kann. Auch die Medienkonferenz würde ich mir wohl nicht anschauen.»

Die Plaketten-Ausgabe zieht sich in die Länge

Die Erstausgabe der Plaketten an die Cliquen soll planmässig am 2. Januar in der Basler Kantonalbank an der Spiegelgasse sowie beim Fasnachts-Comité am Blumenrain erfolgen. «Der Ablauf der Ausgabe muss im kommenden Jahr aber angepasst werden und wird nicht nur am Vormittag, sondern schutzkonzeptbedingt, auch in den Nachmittag hinein dauern», heisst es vom Fasnachts-Comité.

Die Zahl der bereits in Produktion gegebenen Plaketten nennt das Comité nicht. Es heisst einzig, man sei «aber überzeugt, dass so viele produziert werden, dass alle, die eine haben wollen, auch eine bekommen». Eine weitere Änderung in Bezug auf die Plakette ist, dass keine Restposten mehr vom Comité zurückgenommen werden, wie es in diesem Jahr bei Härtefällen gehandhabt wurde. Aktuell sei nicht denkbar, dass man nochmals Ausnahmen machen kann, auch wenn es 2021 keine Fasnacht geben sollte.

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