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Ein Sommer voller Events? Trotz Corona-Krise wollen «Im Fluss» und Co. nicht aufgeben

Eröffnung des Festivals Im Fluss mit Lo & Leduc.

Noch steht nicht fest, ob der Plausch am Fluss auch dieses Jahr weitergeht.

Eröffnung des Festivals Im Fluss mit Lo & Leduc.

Der Frühling ist da, die Tage werden länger und wärmer. Das weckt die Vorfreude auf einen rauschenden Sommer mit langen Partynächten und Festivals. Doch die Veranstalter vieler Grossanlässe, die im Sommer in Basel stattfinden sollen, stehen vor einer grossen Ungewissheit.

Das Basel Tattoo, das im Juli über die Bühne gehen soll, plant trotz des Lockdowns. Man habe gar keine andere Möglichkeit, als mit allen Eventualitäten zu rechnen, sagte Gründer Erik Julliard bereits am Mittwoch gegenüber der bz. Dazu gehöre, dass das Tattoo stattfinden kann.

Da nicht klar ist, wie lange sich das Veranstaltungsverbot vom Bund noch hinziehen wird, ist die Planung von grossen Anlässen schwierig. Die Veranstalter von Sommer-Events in Basel geben sich aber kämpferisch.

So auch Tino Krattiger, Veranstalter des Rheinfestivals «ImFluss». «Ich gehe davon aus, dass wir spielen werden. Das Programm steht», sagt er. Das Festival lockt jährlich mehrere zehntausend Besucher an. Auf der Homepage zählt ein Countdown noch 117 Tage bis zum Festivalstart am 28. Juli. Ob das Floss dann tatsächlich aufgebaut sein wird, ist unklar. Für Krattiger steht aber fest, dass mit der Planung weitergemacht wird: «Ich habe noch nie in meinem Leben den Kopf frühzeitig in den Sand gesteckt». Ende April wollen die Veranstalter die Lage neu sondieren und entscheiden, wie es weitergeht. Das sei vom Zeitplan her auch nicht völlig ungewöhnlich: «Die komplette Finanzierung stand auch in den vergangenen Jahren teilweise erst zwei Wochen vor Festivalstart.»

Ebenso überzeugt geben sich die Veranstalter des Polyfon Festival Basel, das vergangenes Jahr noch Open Air Basel hiess. Es soll Anfang August stattfinden. Wie Tattoo und Floss setzen auch sie die Planung fort – wenn auch mit angepasstem Zeitplan. Wie Festivalleiter Sandro Bernasconi erklärt, warte man aber noch etwas mit dem Druck des definitiven Programms.

Dies vor allem, weil viele internationale Künstler eingeladen sind, was eine umfangreiche Planung voraussetzt. Zurzeit sei es nicht möglich, überhaupt ein Visum zu beantragen. Viele Tourneen von Künstlern würden ganz gestrichen, weil grosse Festivals in Europa nicht stattfinden. «Sponsoren sind bis jetzt noch keine abgesprungen», sagt Bernasconi, der Ticketverkauf habe aber stagniert.

«Em Bebbi sy Jazz» zeigt sich skeptisch, Jodlerfest wartet

Etwas skeptischer klingt es bei den Organisatoren des diesjährigen Festivals «Em Bebbi sy Jazz». Am 14. August sollten wieder Saxofone und Trompeten durch die Basler Gassen dröhnen. Ob sie dies an der 37. Ausgabe des Anlasses auch tun werden, steht noch nicht fest. Peter Eichenberger, Präsident des Festivals und Direktor des Claraspitals in Basel, fährt zwar mit der Planung fort, jedoch mit Vorbehalten: «Wir versuchen alle finanziell relevanten Entscheide erst zum spätestmöglichen Zeitpunkt zu fällen».

Darunter fallen etwa der Druck der Programmzeitung oder die Inserate. Eichenberger sagt: «Ich bin vorsichtig mit der Annahme, dass nach den Sommerferien bereits wieder Veranstaltungen mit mehreren zehntausend Besuchern möglich sind.» Da einige Bands aus dem Elsass oder dem süddeutschen Raum kommen, sei es auch möglich, dass gewisse Anpassungen am Programm vorgenommen werden müssen. Dies selbst wenn «Em Bebbi sy Jazz» grundsätzlich stattfinden könnte.

Auch die Vorbereitungen für das eidgenössische Jodlerfest, das schon Ende Juni in Basel stattfinden soll, laufen weiter. Diese Information findet man auf der Website des Veranstalters. OK-Präsident und alt Regierungsrat Carlo Conti wollte auf Anfrage allerdings nicht persönlich Stellung nehmen. Der ehemalige Basler Gesundheitsdirektor liess über die Medienstelle ausrichten, dass man vor dem 19. April wirklich nichts zur Durchführung des Eidgenössischen Jodlerfests in Basel sagen könne.

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