Coronavirus
Dieses Jahr kann man den Basler Weihnachtsmarkt von oben betrachten: es gibt ein Riesenrad

Herbstmesse abgesagt, Weihnachtsmarkt auf der Kippe. So sah es bis am 13. August aus. Nun hat der Regierungsrat Entscheidungen getroffen. Für das diesjährige Jubiläum der abgesagten Herbstmesse soll es dennoch einige Aktivitäten geben. Der Weihnachtsmarkt soll unter strengen Auflagen stattfinden können.

Silvana Schreier
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Will man dieses Jahr den Weihnachtsmarkt aus der Vogelperspektive sehen, muss man nicht die Treppen des Münster hochsteigen, sondern kann das Riesenrad benutzen.

Will man dieses Jahr den Weihnachtsmarkt aus der Vogelperspektive sehen, muss man nicht die Treppen des Münster hochsteigen, sondern kann das Riesenrad benutzen.

GEORGIOS KEFALAS

Die Absage der Basler Herbstmesse musste den Verantwortlichen des Kantons Basel-Stadt schwergefallen sein. Schliesslich handelt es sich in diesem Jahr um die Jubiläumsausgabe zum 550-jährigen Bestehen. Gestern teilte der Regierungsrat mit, dass dennoch einige Aktivitäten zur Feier der Herbstmesse durchgeführt würden. So werde der Messeglöckner Franz Baur am 24. Oktober die Messe einläuten – anschliessend an das Messeglöcklein soll auch die grosse Glocke der Martinskirche läuten. Auf dem Centralbahnplatz soll ausserdem eine Uhr den Countdown bis zur Herbstmesse 2021 anzeigen.

Bis Ende Jahr ist zusätzlich geplant, dass auf dem Münsterplatz während mehrerer Wochen ein Riesenrad stehen soll. Auch während des Weihnachtsmarkts: Der Regierungsrat hat gestern beschlossen, diesen wie geplant vom 26. November bis 23. Dezember stattfinden zu lassen. Sabine Horvath, Leiterin des Standortmarketings beim Kanton, sagt: Der Entscheid, ob der Weihnachtsmarkt durchgeführt werden könne, habe bereits jetzt gefällt werden müssen, da der Markt geplant und die verschiedenen Händler informiert werden müssten.

Mit Hygienemasken und Zugangskontrollen

Natürlich gibt es ein spezifisches Schutzkonzept: Dieses werde in den nächsten Wochen verfasst. Dieses sieht laut Medienmitteilung unter anderem elektronische Zugangskontrollen, breitere Durchgänge zwischen den Ständen, stark reduziertes Angebot an Marktständen sowie eine Besucherführung vor. Laut dem Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) müssen Standbetreiber Hygienemasken tragen und die Abstandsregeln eingehalten werden.

Dass das Ja zum Weihnachtsmarkt ausgerechnet an dem Tag erfolgt, als zum ersten Mal im Kanton Basel-Stadt wieder höhere Corona-Fallzahlen verzeichnet werden, überrascht. Horvath erklärt auf Anfrage: «Die steigenden Fallzahlen und der Entscheid über die Durchführung des Markts Ende November haben keinen direkten Zusammenhang, denn wir wissen ja nicht, wie die Situation in drei Monaten aussieht.» Wichtig sei gewesen, die Rahmenbedingungen für die Durchführung des Weihnachtsmarktes aufzuzeigen und dabei sicherzustellen, dass «ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt im Einklang mit dem Schutzkonzept organisiert» werden könne.

Lukas Engelberger, der die nationale Gesundheitsdirektorenkonferenz präsidiert, kritisiert gegenüber der SRF-Nachrichtensendung «Tagesschau» den Entscheid des Bundesrats, der das Grossveranstaltungsverbot am Mittwoch aufgehoben hatte. Da der Weihnachtsmarkt aber «juristisch betrachtet» keine Veranstaltung sei, habe man die Durchführung beschlossen. Die bisherigen Erfahrungen mit Märkten seien positiv gewesen. Weiter finde der Weihnachtsmarkt draussen statt und die Besucherströme könnten gelenkt werden.

Der Regierungsrat sagt aber auch: «Wir befinden uns in der Tat in einer labilen Situation.» Die Schutzkonzepte würden laufend an die Entwicklungen angepasst. «Eine gesamthafte Absage des Weihnachtsmarkts bleibt nach wie vor vorbehalten», betont Engelberger.