Wahlergebnis-Auswertung

Diese Smartspider belegen: Basel-Stadt rutscht nach links. Baselland ist Schweizer Schnitt

Die Schweiz erlebte bei den vergangenen Wahlen einen Linksrutsch. Während sich der Kanton Baselland ziemlich deckungsglich mit der Schweiz verhält, zeigt sich Basel-Stadt deutlich linker als der Rest.

Die Wahlen 2019 haben die Schweizer Politlandschaft verändert. Das Parlament ist nach links gerutscht: Die Schweizer Bevölkerung hat sich für mehr Umweltschutz, mehr Sozialstaat und eine leicht offenere Aussenpolitik ausgesprochen. Das zeigt eine Auswertung der Politplattform Vimentis, welche die Profile der gewählten Nationalräte anhand von sogenannten Smartspiders analysiert hat.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Entwicklungen in der Region. Der Kanton Basel-Stadt ist durch die Abwahl von SVP-Nationalrat Sebastian Frehner und die Neuwahl von Katja Christ (GLP) klar nach links gerutscht. Das zeigt auch der Vergleich von Basel-Stadt mit der restlichen politischen Schweiz. Die Unterschiede zwischen den blau eingefärbten kantonalen Parlamentariern und dem roten Schweizer Durchschnitt sind beim Smartspider deutlich zu erkennen.

Das Baselbiet hat sich politisch gar nicht verändert

«Die Basler Nationalräte setzen sich viel stärker als der Durchschnitt des Gesamtnationalrats für den Umweltschutz und den Sozialstaat ein», sagt Daniel Geissmann von Vimentis. «Zudem sind die Basler Nationalräte deutlich gesellschaftlich liberaler und treten für eine stärkere politische Öffnung ein als die gesamtschweizerisch entsandten Nationalräte.» Dafür würden sie sich deutlich weniger für eine liberale Wirtschaft, eine restriktive Finanzpolitik, ein strenges Rechtssystem oder eine restriktive Migrationspolitik einsetzen, sagt Geissmann.

Das Baselbiet dagegen hat sich politisch gar nicht verändert. Am vergangenen Sonntag wurden alle bisherigen sieben Nationalräte wieder gewählt. Unter dem Strich schickt Baselland also weiterhin eine Grüne, zwei Sozialdemokraten, eine CVP-Politikerin, eine Freisinnige und zwei SVPler nach Bern. «Die Baselbieter Nationalräte setzen sich leicht weniger stark für den Umweltschutz ein, sind aber für eine liberalere Gesellschaftspolitik als der Gesamtnationalrat», analysiert Geissmann.

Ansonsten vertritt die Baselbieter Delegation in Bern ziemlich genau den politischen Durchschnitt des künftigen Parlaments. Da die Schweiz nach links gerutscht ist, passt der schweizweite Smartspider quasi deckungsgleich auf den Baselbieter. Aufgrund der Deckungsgleichheit könnte man schon fast argumentieren, dass die Baselbieter Siebenerkonstellation die ideale Repräsentation im Bundesrat darstellen würde.

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