Trinationale S-Bahn-Pläne

Diese Bahnlinien sollen künftig an den Euro-Airport führen

Die Abflughalle des Euro-Airports.

Die Abflughalle des Euro-Airports.

Der Euro-Airport soll dereinst im Zehnminutentakt mit dem Basler Bahnhof SBB verbunden werden. Dazu haben die Kantone Basel-Stadt, Baselland und Solothurn eine Absichtserklärung mit der französischen Région Grand-Est unterzeichnet.

Langsam aber sicher nimmt die Zugverbindung an den Basler Euroairport (EAP) Gestalt an. Nachdem vor kurzem bereits der Bund die notwendigen Mittel für den Bahnanschluss im Ausbauprogramm Step 2030/35 in Aussicht stellte, haben nun die Kantone Basel-Stadt, Baselland und Solothurn zusammen mit der französischen Région Grand Est vereinbart, wie die neue Verbindung in den regionalen Fahrplan integriert werden soll. Die Schweizer und die französischen Partner hätten entschieden das S-Bahn-Angebot zum EAP gemeinsam zu bestellen, teilten sie am Montag mit.

Geplant ist, dass im Zehnminutentakt ein Zug ab Basel SBB in Richtung Flughafen fährt. Dafür werden auch die S2 aus Liestal und die S4 aus Laufen verlängert. Dazu kommt der TER 200 zwischen Basel und Strassburg. Nicht geplant ist demzufolge eine direkte Anbindung ans Schnellzugnetz. Wer aus Zürich oder Bern an den Euroairport will, muss in Basel umsteigen.

Diese Linien sollen an den Euro-Airport führen.

Diese Linien sollen an den Euro-Airport führen.

Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung geben die Kantone dem Bund die Sicherheit, dass die Infrastruktur, welche er bezahlt auch genutzt werden soll. Zwischen den Zeilen wird auch eine weitere Nachricht nach Bern gesendet: Mit Blick auf das trinationale S-Bahn-Projekt Herzstück signalisieren die Kantone, dass man willens ist, grenzüberschreitende Verbindungen zu pushen. Dies sieht auch Martin Dätwyler, stellvertretender Direktor und Abteilungsleiter Standortpolitik bei der Handelskammer beider Basel so: «Das ist der Tatbeweis, dass wir es ernst meinen mit dem grenzübergreifenden Angebot. Nun muss auch der Bund vorwärts machen und die Infrastruktur bereit stellen.» Zur Erinnerung: Die Finanzierung des Herzstücks war vom Bund auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Schweiz und Frankreich zahlen

Die heutige öV-Verbindung mit der Buslinie 50 stosse an ihre Grenzen, so die Regierungen. Der Flughafen-Bahnanschluss soll neben Passagieren auch den rund 6000 Angestellten am Euroairport bessere Verbindungen bringen. Für die Zugverbindung muss eine rund sechs Kilometer lange Strecke zwischen den Elsässer Bahnhöfen Saint-Louis und Bartenheim gebaut werden.

Die Kosten werden auf rund 220 Millionen Franken geschätzt. Wie diese zwischen der Schweiz und Frankreich aufgeteilt werden, ist noch Verhandlungssache. Insgesamt hat der Bund rund 100 Millionen Franken für drei grenzüberschreitende Bahnprojekte in der Region Basel bereit gestellt (Flughafenanschluss, Verbesserungen in Richtung Lörrach und Hochrhein-Elektrifizierung). Realisiert werden soll der Bahnanschluss EAP bis Mitte der 2020er Jahre, also innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Lob und Kritik für Bahnanschluss

Die nun präsentierte Variante ist unabhängig von der Realisierung des Herzstücks, welche dereinst die Bahnhöfe Basel SBB, St. Johann und den Badischen Bahnhof mit einer unterirdischen Linie verbinden soll. «Mit der jetzigen Infrakstruktur passt dann aber kein weiterer Zug mehr rein», sagt Emanuel Barth, Projektleiter trinationale S-Bahn bei der Agglo Basel. Die beiden Projekte werden kompatibel geplant, mit entsprechenden Entflechtungsbauwerken. Auch die längerfristig geplanten Direktverbindungen vom Euroairport ins Fricktal und in Richtung Müllheim-Freiburg können nur mit der Herzstück-Infrastruktur realisiert werden.

«Es ist erfreulich, dass es mit dem Bahnanschluss vorwärtsgeht», sagt Christian von Wartburg, SP-Grossrat und Präsident der Regio-Kommission. Allerdings wird auch Kritik laut : «Es darf nicht sein, dass der Euroairport mit seiner Lärm- und Umweltproblematik noch attraktiver gemacht wird», sagt Balint Csontos, Präsident der Baselbieter Grünen. «Der Kanton Baselland sollte sich aus dieser Planung heraushalten. Er hat wichtigere öV-Projekte auf Halde, um die er sich kümmern sollte.»

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