Konzessionsverlängerung
Die IWB schreiben seit Jahren Gewinne - grösster Teil wandert in die Reserve

In den vergangenen zehn Jahren machte die IWB einen Gesamtgewinn von knapp einer halben Milliarde. Allein im Jahr 2013 machten sie einen Gewinn von 91 Millionen Franken. Auf den Umsatz bezogen, ist es eine Gewinnmarge von 12 Prozent.

Stefan Schuppli
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Die Konzession des Kraftwerks Birsfelden läuft noch bis zum Jahr 2034

Die Konzession des Kraftwerks Birsfelden läuft noch bis zum Jahr 2034

zvg

Die Ertragslage der Industriellen Werke Basel IWB ist sehr gut. Seit Jahren schreiben sie Gewinne. 2013 waren es 91 Millionen Franken, auf den Umsatz bezogen, ist das eine Gewinnmarge von stolzen zwölf Prozent. In den vergangenen zehn Jahren sind so knapp eine halbe Milliarde zusammengekommen. Bezahlt haben das letztlich die IWB-Kunden.

Mitverdient hat auch der Kanton, der in den vergangenen Jahren jedes Jahr 20 bis 30 Millionen Franken als Abgeltung für die Konzession und als «Kapitalrendite» erhalten hat.

Trotz der favorablen Lage erhöhen die IWB im kommenden Jahr den Strompreis (die bz berichtete). Die Erklärung: Der Bund erhöht die Abgaben für die Förderung der erneuerbaren Energien (kostendeckende Einspeisevergütung, KEV). Und dieser Aufschlag wird, mit dem Segen der eidgenössischen Strommarktbehörde Elcom, an die Konsumenten weitergegeben. Diese Erhöhung werde in Basel mit 7,5 Millionen zu Buch schlagen, was zu einer Strompreiserhöhung von knapp fünf Prozent beiträgt, so die IWB.

Fernheizung und Gas helfen mit

IWB-Sprecher Erik Rummer stellt klar, dass zu den Gewinnen auch die anderen Sparten wie Fernwärme und Gas beigetragen haben. Gemäss Elcom seien angemessene Gewinne vorgesehen, sagt er weiter. Tatsächlich kann die Elcom die Rechnungen der Energieversorger prüfen, und diese müssen ihre Preisaufschläge dokumentieren. Die Kalkulationen sind im Schweizer Stromversorgungsgesetz detailliert geregelt. Gemäss Rummer gibt es aber noch einen anderen Grund für den Aufschlag: die Abschreibungen. Diese seien in der Vergangenheit tendenziell zu tief gewesen. Das habe die jährliche Nachkalkulation ergeben.

Sinkende Grosshandelspreise

Die Strompreiserhöhungen für die Kunden sind auf den ersten Blick auch darum überraschend, weil die Strom-Grosshandelspreise gesunken sind. Doch den Kunden nützt das nichts, weil die IWB ihren Strom grösstenteils aus eigenen Werken beziehen (u. a. KW Birsfelden, Oberhasli, Hinterrhein, Grand Dixence). Und diese Kosten sind stabil.

Die Erhöhung der KEV werde an die Grosskunden weitergegeben. Die Elcom bzw. das Gesetz untersage, dass die Kleinkunden die Grosskunden quersubventionieren. Rein theoretisch könnten Grosskonsumenten, die bekanntlich ihren Stromanbieter wählen können, versucht sein, zur günstigeren Konkurrenz zu wechseln oder den Preis zu drücken. Inwiefern Letzteres versucht wird, wollen die IWB nicht kommentieren. Aber die IWB machen sicher keine Dumpingangebote, sondern sie versuchen, Stromlieferungen zusammen mit Energie-Effizienzmassnahmen zu verkaufen. Die hiesigen Firmen wüssten das, und ihnen seien langfristige, stabile Verträge ebenso nützlich wie den IWB. Das Grosskundengeschäft sei denn auch gewinnbringend.

Fakt ist, dass die IWB in den vergangenen Jahren Hunderte von Millionen auf die Seite gelegt haben. Ende 2013 lag die Betriebsreserve der IWB bei 728 Millionen – 2010 waren es lediglich 565 Millionen. «Dieses Geld werden wir in den kommenden Jahrzehnten brauchen, wenn nach und nach die Kraftwerke an die Gemeinden heimfallen.» Dann wollen die IWB die Konzessionen möglicherweise verlängern. «Da sind sehr grosse Summen nötig.» Wenn die IWB viel Eigenkapital auswiesen, kämen sie auf dem Kapitalmarkt günstiger zu Fremdkapital, sagt Rummer. Auch Beteiligungen an Windfarmen und Solaranlagen sind immer wieder ein Thema.