St. Jakob-Arena
Die Arena will mehr als Eishockey, Erotik und Techno

Die More Entertainment Group vermarktet neu die Eishalle und möchte Anlässe jeder Art in die Arena locken - geplant sind auch Schlittschuh-Discos.

David Egger
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2008 stieg der EHC Basel in die NLB ab, diesen Sommer folgte der Gang in die 1. Liga. Nun soll wenigstens das Stadion erfolgreich werden.

2008 stieg der EHC Basel in die NLB ab, diesen Sommer folgte der Gang in die 1. Liga. Nun soll wenigstens das Stadion erfolgreich werden.

Keystone

Bei 983 Fans liegt der Zuschauerrekord des EHC Basel-Kleinhüningen diese Saison. Und das bei 6'600 Plätzen. Die Betreiberin des Eishockeystadions fährt Verluste ein.

Das soll sich nun ändern: Die Genossenschaft St. Jakob-Arena arbeitet neu mit der More Entertainment Group (MEG) zusammen. Die Firma mit Hauptsitz an der Basler Hardstrasse kümmert sich ab sofort aktiv um die Vermietung und Vermarktung der St. Jakob-Arena. Sie will Anlässe jeder Art in die Arena locken.

Ganz bei null fängt die neue Vermarkterin nicht an: So finden im November wieder die Erotikmesse Extasia und die grösste Schweizer Hardcore-Techno-Party in der St. Jakob-Arena statt. «Aber viele erfahrene Veranstaltungskonzerne kennen die Arena noch nicht. Wir müssen sie zuerst bekannter machen», sagt Piero Vecchioli von der MEG. Er hofft auf eine Grossveranstaltung pro Monat. Allerdings sei das neue Konzept nicht von heute auf morgen zu realisieren. «Grossveranstaltungen brauchen eine längere Vorlaufzeit.»

Konkurrenz zur Nachbarhalle?

Im Umbruch steht auch die St. Jakobshalle. Bis 2018 soll deren Kapazität von 9'000 auf 12'000 Plätze erweitert werden. Die St. Jakob-Arena dagegen bietet mit überdecktem Eisfeld Platz für 8000 Menschen, zum Beispiel bei Konzerten. «Dank dieses Kapazitätsunterschieds werden die Arena und die Halle verschiedene Positionen im Markt übernehmen», so Vecchioli. Nicht nur die Grösse und das Eisfeld in der Arena unterscheiden die beiden Gebäude: Die Arena wird billiger vermietet.

Verschiedentlich war schon die Rede von einer Abmachung zwischen der Halle und der Arena, sich nicht zu konkurrenzieren. Diese ist jedoch nicht verbindlich. Die Arena werde der Halle aber auch künftig keine Anlässe abwerben, sagt Vecchioli. «Das macht man im Event-Geschäft grundsätzlich nicht.» Vecchioli geht davon aus, dass die Eishockey-Teams wegen zusätzlicher Anlässe nur selten Spiele verschieben müssen.

Vecchioli will die im Oktober 2002 eröffnete Arena auch für eigene Veranstaltungen nutzen. So plant die MEG, dreimal im Jahr eine grosse Schlittschuh-Disco durchzuführen. Im Sommer hat die MEG in der Arena bereits eine Schaumparty veranstaltet — «mit Erfolg», sagt Vecchioli.

Als Vermarkterin will die MEG den Veranstaltern «viel Freiheit» gewähren. Diese dürfen Catering und Technik für ihre Anlässe selber organisieren, will heissen: Die Arena schreibt nicht vor, welches Bier die Veranstalter ausschenken müssen. Die MEG vermietet auch die Arena-Lounges, zum Beispiel für Firmenanlässe.

Vecchioli hofft, dass die Arena, einst für 25 Millionen Franken gebaut, auf lange Sicht nicht mehr defizitär ist. Die Geschäftsführung der Genossenschaft St.-Jakob-Arena wollte sich gestern nicht zur neuen Zusammenarbeit äussern. Dem EHC Basel-Kleinhüningen bietet sich derweil am 8. November die Chance, gegen den EHC Adelboden einen Zuschauerrekord aufzustellen.