Wahlen BS

Der linke Triumphzug in Basel und das Fiasko von Sebastian Frehner

Tanja Soland (ganz links) und Eva Herzog (immer noch ziemlich links) freuen sich über den SP-Sieg.

Die Linke holt in Basel-Stadt mehr als die Hälfte der Stimmen und verteidigt ihre drei Sitze im Nationalrat. Auch bei den Wahlen für den Ständerat und den Regierungsrat triumphiert die SP. Den Sprung in den Nationalrat schaffen wohl neu die Grünliberalen auf Kosten der SVP.

In Basel-Stadt zeichnet sich ein massiver Linksrutsch ab. Nach der Auszählung der brieflich Stimmenden (dem Grossteil der Wählenden) kommt Rot-Grün bei den Nationalratswahlen auf fast 52 Prozent. Das ist das beste Resultat für die Linken seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Grüne Bündnis legt um über 3 Prozentpunkte zu und die SP kann ihren Wähleranteil halten. Damit sind die zwei Sitze der SP und der Sitz des Grünen Bündnisses gesichert. Im Zug der grünen Welle holen wohl auch die Grünliberalen erstmals in Basel-Stadt einen Sitz im Nationalrat.

Zum Fiasko werden die Wahlen für die Bürgerlichen. Die SVP verliert fast jeden dritten Wähler und landet neu auf dem vierten Platz hinter dem Grünen Bündnis. SVP-Nationalrat Sebastian Frehner ist sein Mandat wohl los.

Grosse Ernüchterung bei Sebastian Frehner

Grosse Ernüchterung bei Sebastian Frehner

Auch die FDP (-3 Prozentpunkte) und die CVP (-2,1 Prozentpunkte) verlieren massiv Wähleranteile. Freuen kann sich bei den Bürgerlichen einzig die LDP, die um 3,4 Prozentpunkte zulegt und neu zweitstärkste Partei hinter der SP ist.

Herzog gewählt, Soland wohl auch

Der linke Triumphzug hält auch bei den Ständeratswahlen an. SP-Regierungsrätin Eva Herzog holt das absolute Mehr locker. Ihre Gegnerinnen Patricia von Falkenstein (LDP) und Gianna Hablützel-Bürki (SVP) bleiben chancenlos.

Auch bei den Regierungsratswahlen zeichnet sich ein überraschend deutlicher Sieg für die SP ab. Deren Kandidatin Tanja Soland liegt gerade mal 68 Stimmen unter dem absoluten Mehr.

Tanja Soland hat die Nase im Rennen um den frei werdenden Regierungssitz klar vorne.

Tanja Soland hat die Nase im Rennen um den frei werdenden Regierungssitz klar vorne.

Da die persönlich Stimmenden, die noch nicht ausgezählt sind, in der Regel linker wählen als die brieflich Stimmenden, dürfte sie noch am Nachmittag gewählt werden. Andernfalls ist zu erwarten, dass die zwei anderen Kandidatinnen Nadine Gautschi (FDP) und Katja Christ (GLP) ihre Kandidatur zurückziehen. Gautschi hat als Zweitplatzierte nicht einmal halb so viel Stimmen wie Soland. Ein Vorsprung, den sie kaum aufholen kann.

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