Brunch
Das sind die besten Basler Brunch-Beizen

Mögen Sie ein ausgedehntes Sonntagsfrühstück? Immer mehr Lokale in Basel bieten am Sonntag einen Brunch an - die bz hat sieben getestet.

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Les Gareçons
7 Bilder
Die besten Basler Brunch-Beizen
Hirscheneck
Da Francesca
Drei Könige
Buffet im Stellwerk
Cafébar Salon

Les Gareçons

Juri Junkov

Les Gareçons: Von einfach bis exquisit und von jamaikanisch bis indisch

Das Les Gareçons im Badischen Bahnhof hat gegenüber anderen Brunch-Orten einen Riesenvorteil: Hier gibt es jeden Tag die grosse Frühstückskarte - und zwar bis zum Abend. Der einzige Unterschied am Sonntag liegt in der Organisation: Wer nicht reserviert, ist selber schuld. Im Les Gareçons gibt es kein Brunchbuffet, aber dafür eine ganze Reihe von Frühstückstellern, die allerdings selten auf einen Teller passen. Wer Hunger hat, bestelle die Variante «Exquisit», da ist vom Lachs übers Rührei und allerlei Wurst alles dabei, was das Herz begehrt. Wer's etwas origineller mag, kann sich das «Jamaika» inklusive Creol-Eier und Süsskartoffel-Kokosaufstrich bringen lassen, oder aber den Gaumen mit dem «Goa» und seinem Hummus kitzeln. Auch die Warmgetränke sind kreativ: So gibt es scharf-süsse heisse Schokolade. Ach so, und denjenigen, die meinen, ein Brunch sei was für modebewusste Hipster und andere Weicheier: Ja, es hat viele Menschen im Les Gareçons, die sich für äusserst hip halten und das mit Hornbrille und Sommerschal bewaffnet auch zur Schau stellen. Aber man kann kulinarisches Gegensteuer geben: Für 17 Franken das «Bavaria»-Frühstück bestellen! Da gibts dann Brezen, Weisswürste und ein Glas Weizenbier. Ein währschafter, garantiert un-hipper Brunch für die Holzfällerhemden- und Brusthaar-Fraktion, die noch weiss was schmeckt. (dre)

Badischer Bahnhof, www.lesgarecons.ch

Buffet im Stellwerk: Nach den Gipfeli stehen am Mittag Curry und Lasagne auf dem Buffet

Sonntagmorgens um 10, wenn das Buffet im Stellwerk seine Türen öffnet, ist die Platzauswahl noch riesig. Ein kleiner Holztisch am Fenster? Oder doch der grosse in der Mitte? Bei schönem Wetter ist auch draussen gestuhlt, in Richtung Gleise. Das Lokal wacht um diese Zeit erst auf. Mehrere unberührte Ausgaben aktueller Sonntagszeitungen liegen bereit für einen gemütlichen Morgen. Auf dem Buffet (25 Franken inklusive eines Kaffees) stehen um diese Zeit Frühstücksklassiker: Zopf, Gipfeli, verschiedene Konfitüren und Butter. Laufend werden neue Leckereien aufgetischt: Mehrere Sorten Käse, eine riesige Platte mit Rührei und gegrilltem Gemüse sind es in einer nächsten Runde. Je näher der Mittag rückt, desto voller wird das Lokal. Hipsters, Familien und junge Paare stehen friedlich hinter dem Buffet an. Eine grosse Gesellschaft von rund 40 Leuten bringt an diesem Sonntag allerdings die Küche an ihre Grenzen. Zeitweise ist das Buffet leer gefegt bis auf einige Flecken auf dem Tischtuch ist nichts. Doch ein wenig Pause kann nicht schaden. Das schafft Platz im Magen. Und der ist nötig. Denn mit jeder Runde wird die Kost deftiger, das Frühstück geht langsam ins Mittagessen über: Gebratener Speck, Auberginen-Curry, eine Art Lasagne, Salat und marinierter Fisch lösen die Gipfeli ab. So geht es weiter. Und auch nach Stunden fordert einen niemand zum Gehen auf. Ideal, um nahtlos in den Apéro überzugehen. (hpa)

Stellwerk St. Johann, www.buffet.li

Salon: Veganes Essen im Wohnzimmer

Unter Bildern von Marlene Dietrich, Bonnie & Clyde, an einem alten Nähtisch, im Ohrensessel oder Sofa unter einer Kuckucksuhr einen veganen Brunch geniessen: die Cafébar Salon machts möglich. Essen kann man den gesamten Nachmittag in einer Atmosphäre wie im eigenen Wohnzimmer. Für 25 Franken ohne Getränke wird bis zur Sommerpause jeweils sonntags die gesamte Bandbreite eines veganen Frühstücksbuffets geboten: Zopf oder Vollkornbrot, über zehn verschiedene Brotaufstriche von süss bis salzig und verschiedene Kuchen stehen zur Auswahl: Wer es deftiger mag, ist beim Nudel- und Kartoffel-Curry Salat richtig oder bedient sich an bei der Auswahl an Käse und Fleischersatzprodukten. Der Brunch im Salon ist ideal, um die vegane Küche auszuprobieren – und um sich daran satt zu essen. Ledertaschen oder Schuhe sind kein Problem, die urbane Kundschaft redet lieber in verschiedenen Dialekten und Sprachen über ihre Projekte und Pläne, als offensichtliche Nicht-Veganer zu ihrer Einstellung bekehren zu wollen. Dazu trinken die Expats und Künstler einen Milchkaffee mit Mandelmilch. Was gewöhnungsbedürftig klingt, schmeckt tatsächlich sehr lecker – wie das Meiste aus der veganen Küche, das im Salon am Buffet angeboten wird. (jag)

Speerstrasse 94, www.cafesalon.ch

Sud: Brunch in Markt-Atmosphäre

Eine Kleiderstange mit Röcken und Anzügen, ein Tisch mit Schmuck, auf einer Holzplatte Kinderspielzeug. Mitten drin stehen Tische. Was nach einem Markttreiben und einem gemütlichen Café klingt, ist der Sonntags-Brunch im Sud. Die Atmosphäre ist ungezwungen: Eine Familie sitzt an einem Holztisch, eine Gruppe Freunde hat es sich auf einer Festbank gemütlich gemacht. Bei schönem Wetter wird auch im Hinterhof aufgetischt. Es gibt drei Frühstücksangebote: Für 32 Franken kann man à discrétion so viel und so lange essen, wie man möchte. Das ist nicht schwierig, das Buffet auf der Galerie ist riesig. Rührei, Speck, Bohnen und Würstchen stehen auf der Wärmeplatte. Weiter geht es mit Salami, Käse, Oliven, Gemüsehäppchen, Brot, Zopf, Gipfeli, Fruchtsalat, Früchtewähe. Im Parterre können die Gäste an der Bar Kaffee, Tee oder Orangensaft bestellen. Wem das kleine Frühstück» (14 Fr.) reicht, bekommt einen Teller und darf sich den selber füllen. Der Brunch im Sud wird jeden ersten Sonntag im Monat vom Markt begleitet. Wer eine alternative und ungezwungene Atmosphäre sucht, fühlt sich hier wohl – viele Familien aber auch ältere Klientel sitzt an den Tischen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, reservieren empfiehlt sich. (mum)

Burgweg 7, www.sud.ch

Hirscheneck: Rustikales Alternativ-Frühstück

Das Hirschi ist Kult. Bei Fans von harter Stromgitarrenmusik ebenso wie bei gemütlichen Frühstücksfreunden. Der alternative Geist des Hirschenecks wirkt am Sonntagmorgen besonders offen und willkommen. So kommen auch Leute gerne hierhin frühstücken, die die Kleinbasler Institution sonst eher meiden. Der rustikalen, von schweren Holztischen geprägten Einrichtung wird mit herzhaften Frühstücksvariationen Rechnung getragen. Die Kaffeetassen sind so gross wie Suppenschalen. Zwischen 10 und 15 Uhr kann man zwischen verschiedenen Menüs zu unterschiedlichen Preisen wählen. Dabei wird darauf geachtet, dass auch Vegetarier und Veganer auf ihre Rechnung kommen. Ausserdem stammen die Zutaten möglichst aus der Region und sind Bio – so zum Beispiel die Frühstückseier. Die Preise sind trotzdem mehr als fair. Grösseren Gruppen sind Reservationen empfohlen, ansonsten ist das Hirschi ein guter Ort für Kurzentschlossene, die vergessen haben, den Kühlschrank fürs Wochenende zu füllen. Nicht wenige bleiben dann gleich den ganzen Sonntag – insbesondere wenn man an einem warmen Sommertag einen der begehrten Plätze an der Sonne ergattern kann. (mkf)

Lindenberg 23, www.hirscheneck.ch

Da Francesca: Farbig-fröhlicher Quartiertreff

Die Wände sind bunt bemalt, das Brot ist noch warm und die Kellnerin begrüsst einen mit einem lauten, fröhlichen Lachen. Ein Brunchbesuch in der Kleinbasler Quartierbeiz Da Francesca macht beim Eintreten automatisch gute Laune. Die Stimmung im am Sonntag stets gut besuchten Café ist ungezwungen und geschwätzig. Damit ist es zwar nicht der ideale Ort für Leute, die gerne in Ruhe die Sonntagszeitungen lesen, dafür ist das Da Francesca bei Eltern mit Kleinkindern umso beliebter. Und natürlich bei Liebhabern von einfachen, aber herzhaften Brunchbuffets. Für 24 Franken inklusive eines warmen Getränks und eines frisch gepressten Orangensaftes steht einem die Frühstücksbar offen. Und da gibt es wirklich alles, was man sich an einem Sonntagmorgen wünscht: Lachs, Salate, spanische Tortillas, eine reichhaltige Käseplatte, frisches Brot und vieles mehr. Für Eierliebhaber steht ein Topf mit kochendem Wasser parat, damit man sein Ei genau so hart kochen kann, wie man es mag. Allerdings: Das Da Francesca ist nichts für Spätaufsteher, da das Buffet ab dem Mittag nicht mehr nachgefüllt wird. Eine Reservation ist am Sonntag absolut empfohlen. (mkf)

Mörsbergerstrasse 2, www.dafrancesca.ch

Drei Könige: Wo das Frühstück schon ein Brunch ist

In der Brasserie des «Trois Rois» bleiben keine Wünsche unerfüllt. Und, entgegen der weit verbreiteten Meinung, muss im Portemonnaie danach nicht gähnende Leere herrschen. Denn was an vielen Orten als Brunch gilt, nämlich ein Buffet mit Fisch, Fleisch, Käse, Früchten und einer grossen Brotauswahl, gibt es im Drei Könige unter dem Titel Frühstück. Und das jeden Tag. Mit Rheinblick. Für 40 Franken ist man dabei, darin enthalten sind sämtliche Getränke und eine hervorragende Eierspeise nach Wahl. Der echte Sonntagsbrunch im Trois Rois kostet deutlich mehr, nämlich 129 Franken. Dafür gibt es aber eine dermassen grosse Auswahl an allerlei kalten und vor allem auch warmen Gerichten, dass man das Mittagessen, das Nachtessen und eventuell sogar das Frühstück am Montag getrost streichen kann. Nicht umsonst wirbt das Trois Rois mit dem Satz «Verbringen Sie den Sonntag bei uns». Für diesen Ausflug muss man ein paar Stunden Zeit haben. Im stolzen Preis inbegriffen ist eine 3,75 Dezi-Flasche Champagner. Ja, Champagner. Den üblichen, in blauen Flaschen servierten Prosecco der Marke Château Discounté mutet man in Basels edelster Herberge keinem Gast zu. Kurz, ja, der Brunch im Trois Rois ist eine Investition. (dre)

www.lestroisrois.ch