Zum zweiten Mal in diesem Jahr verwandelt sich das Kasernenareal im Kleinbasel zum Anziehungspunkt für Musikfans. Nach dem Basel Tattoo, welches vor rund drei Wochen endete, steht dieses Wochenende die zehnte Ausgabe des Open Air Basel an. Zur Jubiläumsausgabe überrascht das Organisationskomitee vor allem mit einer grossen Neuerung: Die Mainacts werden erstmals nicht auf der Hauptbühne auf dem Kasernenhof spielen, sondern in der benachbarten Reithalle.

Das Line-up zeigt sich wie in den vergangenen Jahren sehr durchmischt. Gestern startete das Open Air noch mit Schweizer Acts ins Wochenende – heute präsentiert sich das Festival äusserst international: Elf Künstler aus sechs verschiedenen Nationen geben ab 19 Uhr ihren Sound zum Besten.

Ein Hybridwesen aus Klassik, Rock und Club

Als Hauptact darf am Freitag wohl die englische Sängerin Ebony Bones gelten. Mit ihrem neusten Album «Nephilim», das vor rund einem Jahr erschienen ist, hat sie mächtig von sich reden gemacht. Der Albumtitel trifft ziemlich genau ins Schwarze: Die Nephilim waren nach der altisraelischen Mythologie riesenhafte Mischwesen von grosser Boshaftigkeit – der düstere Sound mit seiner avantgardistischen Ausprägung untermalt und kontrastiert zugleich. Es überrascht, wie gekonnt Bones deftige Klubbeats, rockige Sounds und klassisches Orchester in Einklang miteinander bringt.

Eine weitere Neuerung stellen die verlängerten Spielzeiten des Open Air Basel dar. Dieses Jahr kann nämlich auch nach Mitternacht noch Musik im Club Renée, im Parterre One und im Rossstall genossen werden. In den späten Stunden berieseln ausgewählte DJs das Publikum mit elektronischer Musik.

Am Samstag geht es gleichermassen durchmischt weiter. Den Start machen die Schweizer Truppen Mr. Ray und Raincoast, die mit verträumtem Indie-Sound in den Abend einsteigen. Darauf folgt ein weiteres internationales Highlight: Baba Zula aus Istanbul mischt orientalische Musik und westlichen Rock zu einem experimentellen Musikstil, den sie selber «Oriental Dub» tauften.

Electronica-DJ und Filmmusikkomponist

Der Samstagsheadliner reist aus dem Nachbarsland an: Apparat nennt sich der deutsche Electronica-Künstler Sascha Ring. Bereits seit rund 25 Jahren widmet er sich seinem Handwerk als Musiker und betätigt sich hierbei nicht nur als DJ. Auch im Geschäft der Filmmusikkomponisten hat er Fuss gefasst und mit der Titelmusik zur Netflix-Serie «Dark» einen weiteren Meilenstein erreicht.

Neben den musikalischen Auftritten unterhält das Open Air Basel auch mit einem breiten Rahmenprogramm. Am Freitag und Samstag können diverse Workshops besucht werden, an beiden Tagen findet eine «Degustation für Weinbanausen» statt und wer nicht nur hören, sondern auch lesen will, kann sich in der Lese-Ecke vergnügen.