Brauchtum
Dachverband verbietet Teilnahme an Lörracher Fasnacht

Der Verband Oberrheinischer Narrenzünfte sieht in der Verschiebung auf Pfingsten eine Missachtung der fasnächtlichen Bräuche. Das Confetti-Sommer-Festival soll für alle offen sein. Auch aus der Schweiz gibt es interessierte Gruppen.

Peter Schenk
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Verband Oberrheinischer Narrenzünfte verbietet seinen Mitgliedern, an der verschobenen Fasnacht teilzunehmen.

Verband Oberrheinischer Narrenzünfte verbietet seinen Mitgliedern, an der verschobenen Fasnacht teilzunehmen.

Archivbild: Kristoff Meller

Der Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) hat seinen 81 Mitgliedszünften verboten, an der Lörracher Fasnacht teilzunehmen. Sie war wegen Corona auf Pfingsten, den 10. und 11. Juni, verschoben worden. Wie die «Badische Zeitung» berichtete, argumentierte der Verband in einem E-Mail an seine Mitglieder damit, «da dies zum einen ein klarer Verstoss gegen die Satzung wäre sowie eine Missachtung der fasnächtlichen Bräuche, deren Hintergrund und Tradition». Was für Folgen eine Teilnahme hat, ist noch nicht klar.

Mitlaufen im Kostüm an Pfingsten nicht erwartet

Geplant ist unter dem Namen Confetti-Sommer-Festival eine Art Strassenfest, bei dem laut dem Lörracher Obergildenmeister Jörg Rosskopf niemand erwarte, dass jemand im Kostüm mitlaufe. Von den für die Winterfasnacht angemeldeten Cliquen hätte bisher ein Drittel abgesagt, es gebe aber viele Anfragen von Gruppen, die nicht dem Verband angehören – auch von vielen aus der Schweiz.

Der Konflikt mit dem VON ist nicht neu. So hatte die Narrengilde Lörrach den Verband bereits 2013 verlassen, weil sie selber eine «offenere Haltung» habe, so Rosskopf. So lief laut der Zeitung «schon vor vielen Jahren eine schwul-lesbische Gruppe selbstverständlich» am Umzug mit. Bei der auf Pfingsten verschobenen Fasnacht soll allen freigestellt sein, zu feiern, wie sie wollen.