Gewinner

Blaggedde-Entwerfer: «Die Nervosität ist jedes Jahr gleich gross»

Roger Sigrist holte bereits im Jahr 2009 den ersten Preis.Martin Töngi

Roger Sigrist holte bereits im Jahr 2009 den ersten Preis.Martin Töngi

Roger Sigrist hat die Fasnachts-Blaggedde 2012 kreiert. Mit dem Reissverschluss als Motiv will er das Zusammenkommen der Figuren und Cliquen darstellen.

Roger Sigrist, Sie haben den Plaketten-Entwurfswettbewerb 2012 gewonnen. Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie diese Nachricht erreicht hat?

Roger Sigrist: Ich habe mich riesig gefreut. Ich hätte es am liebsten meinen Freunden erzählt. Aber das Fasnachts-Motto und das Plaketten-Sujet müssen ja immer ein Geheimnis bleiben bis zur offiziellen Bekanntgabe.

Das heisst, Sie haben bis jetzt dicht gehalten?

Nicht ganz. Meine Partnerin und meine Eltern haben es gewusst.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, als zentrale Figur auf der Plakette das Junteressli darzustellen, das einen Reissverschluss zuzieht?

Ich will auf meiner Plakette eine Situation aus dem Fasnachtsgeschehen zeigen. Jeder aktive Fasnächtler kennt die Szene, wenn seine Clique versucht, sich in den Zug einzufädeln. Dies mit Nadel und Faden darzustellen, schien mir aber zu einfach. Und so kam ich beim Brainstorming auf die Idee des Reissverschlusses.

Und warum das Junteressli?

Das Junteressli finde ich persönlich eine wunderschöne Fasnachtsfigur. Leider ist es ein aussterbendes Motiv. Letztes Jahr habe ich nur ein Kostüm entdeckt. Zur Fasnacht gehört, alte Traditionen und Bräuche aufleben zu lassen. Das Junteressli als zentrale Figur ist dafür ideal.

Vor drei Jahren haben Sie schon und zum ersten Mal den Plaketten-Entwurfswettbewerb gewonnen. Gingen Sie dieses Jahr deshalb abgeklärter an die Aufgabe heran?

Nein, gar nicht. Ich habe den Ablauf gekannt, weil ich in diesem Jahr bereits zum siebten Mal Entwürfe eingeschickt habe. Die Nervosität ist aber jedes Jahr gleich gross, genauso die Freude über meinen Sieg.

Wie ist Ihr persönlicher Bezug zur Basler Fasnacht?

Schon als kleiner Junge hat mein Herz für die Fasnacht geschlagen. Ich bin allerdings im Kanton Obwalden aufgewachsen und so vor allem mit der Fasnacht in Luzern in Berührung gekommen. 1978 zog ich ins Baselbiet. Heute lebe ich in Binningen und habe dort auch mein eigenes Larvenatelier «Zum Dolgge» aufgebaut. Zudem trommle ich bei den Basler Dybli Schwelger.

Sie sind also durch und durch ein Künstler.

Ja, ich kann davon leben.

Meistgesehen

Artboard 1