Coronakrise

Basler Personenschifffahrt gerät in Schieflage

Der «Rhystärn», das neue Flaggschiff der BPG, hat einen holprigen Start hinter sich.

Der «Rhystärn», das neue Flaggschiff der BPG, hat einen holprigen Start hinter sich.

Die Basler Personenschifffahrt darf nach über drei Monaten Pause wieder ablegen. Die Ausfälle gehen in die Millionenhöhe.

Kommenden Donnerstag geht es wieder los. Der Rhystärn der Basler Personenschifffahrt (BPG) legt wieder ab. Seit rund drei Monaten liegt das Schiff nun ungenutzt am Dreiländereck im Hafen vor Anker. Mit den Lockerungen für den touristischen Verkehr darf ab kommender Woche auch die BPG den Betrieb wieder aufnehmen.

Dabei drosselt das Unternehmen in der nächsten Zeit bewusst das Tempo: «Wir wollen uns nicht überrennen lassen», sagt Geschäftsführer Peter Stalder. So gilt ein reduzierter Fahrplan von Donnerstag bis Sonntag. Beim Einstieg an der Schifflände müssen bauliche Massnahmen eingerichtet werden. Und bis auf Weiteres dürfen nur halb so viele Passagiere auf die drei Schiffe wie eigentlich erlaubt. Im Fall des 2018 in Betrieb genommenen Rhystärn, der eine Kapazität von 600 Personen hat, also 300. So soll der Sicherheitsabstand an Bord eingehalten werden können. Masken sind nur geplant, wo nötig «Wir sind kein ÖV, sondern eine Freizeitgestaltung», sagt Stalder. «Da passen Schutzmasken nicht.»

«Schaffen vielleicht die Hälfte des Umsatzes»

Für die Sommerferien plant die BPG mit einem speziellen Konzept. Aufgrund der aktuellen Situation würden wohl deutlich weniger ausländische Gäste kommen, so Stalder. Dafür bleiben mehr Basler zuhause. «Denen wollen wir ein bisschen Ferienfeeling vermitteln.»

Damit hofft Stalder auch, die Auswirkungen der Coronakrise abfedern zu können. Denn die Ausfälle der letzten Monate treffen das Unternehmen hart. Angefangen bei der abgesagten Fasnacht bis hin zu den fehlenden Charterfahrten, die normalerweise über einen Drittel der Einnahmen bringen.

Zwischen fünfeinhalb und sechs Millionen Franken hat die BPG in den vergangenen Jahren jeweils eingenommen. «Dieses Jahr schaffen wir vielleicht die Hälfte des normalen Umsatzes», sagt Stalder. Das Unternehmen sei nicht so aufgestellt, dass eine solche Situation weggesteckt werden kann. «Wir haben eine Hand-ins-Maul-Strategie», sagt Stalder. Die Unterstützung des Kantons, der als Eigentümer jährlich 470'000 Franken beisteuert, reiche mal aus, um saisonale Ausfälle zu decken. Das Ziel sei jeweils eine schwarze Null. Entsprechend schnell würden sich negative Faktoren auswirken. Um das Coronaloch zu stopfen werden zusätzliche Gelder des Kantons nötig sein. «Wir sind mit dem Eigentümer im Gespräch», sagt Stalder.

Baslerdybli darf nur noch bis Ende Jahr fahren

Durch die Krise wurde auch die Planung für die kommenden Jahre Makulatur. «Alles, was wir angedacht haben, ist jetzt in Frage gestellt», sagt Stalder. Etwa die Frage, wie es mit dem beliebten Retroschiff Baslerdybli (Baujahr 1980) weitergehen soll. Dieses muss Ende Jahr ausgemustert werden, da es den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr genügt. Die einstigen Hoffnungen, mehrere Millionen Franken auftreiben und das Schiff weiterhin betreiben zu können, haben sich längst zerschlagen. Und in den kommenden Jahren dürfte auch die MS Christoph Merian (Baujahr 1992) zum Thema werden. Altersbedingt häufen sich dort Ausfälle und Schäden. Ob und wie die BPG dann ein neues Schiff anschaffen können, ist angesichts der aktuellen Situation völlig unklar.

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