Baustelle

Bankverein zur Hälfte fertig – BVB-Baustelle im Zeitplan

Auch wenn es noch nicht so aussieht: Die wichtige Gleise sind am Bankverein mittlerweile alle verlegt. (hys)

Auch wenn es noch nicht so aussieht: Die wichtige Gleise sind am Bankverein mittlerweile alle verlegt. (hys)

Kommenden Donnerstag fahren die Trams wieder über den Bankverein. Lediglich zehn Tage sollen die Bauarbeiten dauern.

«Für eine solche Baustelle braucht man normalerweise sechs Wochen – wir machen das in zehn Tagen», sagt Matthias Pietrass. Er ist Projektleiter der BVB-Baustelle am Bankverein, aufgrund derer seit Wochenbeginn praktisch der gesamte Tramverkehr in Basel umgeleitet werden muss. Um den sportlichen Zeitplan einzuhalten, herrscht auf der Baustelle Hochbetrieb rund um die Uhr. Gearbeitet wird in drei Schichten à je zehn Mann.

Am Montagmorgen um sieben in der Früh ging es los. Bereits in der Nacht wurden die Absperrungen aufgestellt. Kaum war die Sonne aufgegangen, fuhren 40-Tonnen-Bagger auf und spitzten den Belag auf. «Das war schon sehr laut und mit vielen Erschütterungen verbunden», sagt Pietrass. Es schüttelte so stark, dass die Banken in der Umgebung ihre Sicherheitssysteme anpassen mussten, damit diese nicht am Laufmeter Alarm schlugen.

1500 Kubikmeter Kies für besseren Untergrund

Für die ersten zwei Nächte hatten die BVB eine Sonderbewilligung, was die Lärmemissionen anging. Mittlerweile müssen die lauten Arbeiten tagsüber erledigt werden. Der Vorteil: Rund um den Bankverein gibt es vergleichsweise wenig Wohnungen. Umgekehrt befindet sich die Baustelle tagsüber an einer sehr belebten Lage mit vielen Fussgängern und Verkehr.

Anschliessend wurden die alten Schienen rausgenommen. Diese waren derart abgenutzt, dass die BVB bereits im Sommer notfallmässig nachbessern mussten, nachdem eine Baustelle der IWB am Bankverein die Gleise zusätzlich belastet hatte. Insgesamt 300 Meter Gleis müssen am öV-Knotenpunkt ersetzt werden, dazu vier neue Weichen und sechs Kreuzungen.

Zuvor mussten die Bauarbeiter allerdings noch den Untergrund austauschen. Der Boden am Bankverein ist aufgeschüttet und damit kein taugliches Fundament. Tests vor den Bauarbeiten im Sommer hatten erschreckende Resultate zu Tage gefördert. Unter anderem fanden sich alte Backsteine, die bei Belastung und Feuchtigkeit zerbröseln. Deshalb haben die BVB eine 50 Zentimeter dicke Schicht aus Recycling-Kies aufgetragen, insgesamt 1500 Kubikmeter. Dieses lässt sich gut verdichten. Einen Tag hat diese Aktion beansprucht. Dabei hat auch das Wetter mitgespielt; es hat erst geregnet, als schon die obere Schicht drauf war. So haben die Niederschläge geholfen, den Boden weiter zu verdichten. Hätte es bereits früher geregnet, hätte dies den Untergrund aufweichen können.

Mittlerweile liegen alle Schienen am Bankverein an ihrem Platz. Und auch das Herzstück, die Kreuzung in der Mitte, wurde eingesetzt. Denn auch wenn die Schienen passgenau angefertigt werden, das letzte Stück, das sogenannte Passstück, ist Handarbeit.

Unterbrüche haben sofort grosse Auswirkungen

Damit ist gut die Hälfte der Arbeit am Bankverein erledigt. «Wir sind im Zeitplan», sagt Pietrass. «Am Donnerstag können die Trams wieder fahren.» Bereits gestern begann das Betonieren der Gleise. Anschliessend werden diese zusammengeschweisst. Zuletzt werden dann noch drei Schichten Belag aufgetragen, bevor der Knotenpunkt wieder freigegeben werden kann.

Betrieblich laufe es sehr gut, sagt BVB-Sprecherin Sonja Körkel. Die mit der Baustelle verbundenen Massnahmen seien bei den Passagieren auf viel Verständnis gestossen. Allerdings herrscht auch auf der Leitstelle zurzeit Ausnahmezustand. Denn schon der kleinste Unterbruch kann zurzeit grosse Auswirkungen haben.

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