Gala-Dinner
Aussenminister kommen aus aller Welt, Polizisten aus der ganzen Schweiz

Gestern Abend standen rund 50 Zürcher Kantonspolizisten beim Marktplatz, damit die Aussenminister ihr Gala-Dinner in der Safran-Zunft ganz ohne Zwischenfall einnehmen können.

David Egger
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Der Basler Regierungspräsident Guy Morin (r.) durfte in der «Saffre» dabei sein.
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Basel in fremder Hand
Kein Durchkommen mehr.
Zäune vor der Safran-Zunft.
Frühmorgens demonstrieren Ukrainer auf dem Claraplatz für mehr Hilfe von der OSZE und gegen Russland.
Den ganzen Abend blieb die Innenstadt grossflächig abgesperrt – zur Sicherheit der Politiker.
Damit die OSZE-Minister in der «dinieren konnten, musste draussen die Strasse dicht gemacht werden.

Der Basler Regierungspräsident Guy Morin (r.) durfte in der «Saffre» dabei sein.

bz Basel

Rund 50 Zürcher Kantonspolizisten standen gestern Abend um 18 Uhr beim Marktplatz. In Vollmontur. Mit Schild und Schlagstock, Helm und schweren Schuhen. Sie bewachen den abgesperrten Eingang zur Gerbergasse beim Marktplatz. Damit die Aussenminister ihr Gala-Diner in der Safran-Zunft ganz ohne Zwischenfall einnehmen können. Die Basler Polizisten sind hier definitiv in der Minderheit. Denn die andere Seite der Gerbergasse wird von rund 30 Berner Kantonspolizisten bewacht. Sie sind gut erkennbar am Bärenwappen auf dem Oberarm. Gegenüber der Zeitung wollen sie keine Auskunft geben. «Das ist ein Dienstbefehl von oben», heisst es. Der Freund und Helfer gibt sich für einmal ganz kleinlaut. Nur manchmal ertönen Sirenen. Aber die sind von der Ambulanz – da haben sich die Gaffer mehr erhofft. Zuhauf bevölkern sie die Gerbergasse.

Am Nachmittag um 15 Uhr gab auf dem Marktplatz noch der Baslerstab den Ton an. Neben zwei Militärpolizisten und deren Spürhund harren fünf Basler Polizisten in der Kälte aus, in gelben Leuchtjacken. Schon zu dieser Zeit stecken Dutzende Trams im Stau fest. Zu Fuss kommt man überall durch, und das erst noch wesentlich schneller.

Die Touristen lassen sich von den ganzen Sicherheitsmassnahmen nicht beunruhigen. Zwei jungen Portugiesen, die gerade durch den Weihnachtsmarkt spazieren, sind die Polizisten zwar aufgefallen. «Aber die stören uns nicht.»

Dafür stört es den Militärpolizisten, wenn man aus der Ferne fotografiert, wie er seinen Spürhund zu einem der Brunnen auf dem Marktplatz führt. Wer auf den Auslöser drückt, muss schnell einmal nach oben schauen, in das ernste Gesicht des braun gekleideten Ordnungshüters, und erklären, wieso er im öffentlichen Raum Fotos macht, obwohl da Polizisten stehen.