Wahlen Basel-Stadt
Attacke gegen Nägelin – nun droht eine Strafanzeige

Unbekannte haben im Namen der bürgerlichen Jungparteien eine Medienmitteilung verschickt: Nach dem «katastrophalen Wahlsonntag» wollen sie SVP-Regierungskandidat Lorenz Nägelin nicht mehr unterstützen – alles ein Fake.

Daniel Ballmer
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Die bürgerlichen Jungparteien verurteilen die Fake-Medienmitteilung, die in ihrem Namen verschickt wurde.

Die bürgerlichen Jungparteien verurteilen die Fake-Medienmitteilung, die in ihrem Namen verschickt wurde.

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Die Überraschung war gross: Bei den regionalen Medien landete am Dienstagmorgen eine Mitteilung der Basler Jungparteien von LDP, CVP und FDP. Inhalt: «Die bürgerlichen Jungparteien ziehen Konsequenzen aus dem katastrophalen Wahlsonntag und werden die erneute Kandidatur von Lorenz Nägelin nicht unterstützen.» Nur: Die Mitteilung ist gefälscht.

«Auf gut deutsch: Das ist eine Sauerei», reagiert Patrick Huber. So etwas habe er in zehn Jahren Parteiarbeit noch nicht erlebt, sagt der Präsident der Jungen CVP. Die Jungparteien verschickten denn auch umgehend ein Dementi, worin sie die «falsche Medienmitteilung als unanständiges und demokratiefeindliches Vorgehen» verurteilen.

SVP-Regierungskandidat Lorenz Nägelin hatte am Sonntag ein eher nüchternes Wahlresultat erreicht und war sogar noch hinter Basta-Aussenseiterkandidatin Heidi Mück auf dem neunten Platz gelandet. Er will aber beim zweiten Wahlgang vom 27. November erneut antreten. Die Kandidatur werde von den bürgerlichen Jungparteien auch unterstützt, wie sie betonen.

«Wir fordern die vermeintlichen Spassvögel auf, sich zu outen und sich öffentlich zu entschuldigen – andernfalls behalten wir uns weitere rechtliche Schritte vor», kündigen die Jungparteien in ihrer Mitteilung an.

Deren Präsidenten hätten sich am Dienstag bereits vor der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt getroffen und das weitere Vorgehen besprochen. Notfalls werde eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.

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