Umzug

Adieu, Padel: Der grösste Zwischennutzer verlässt das Lysbüchel-Areal vorzeitig

Thilo Mangold in der neuen Padel-Halle auf dem Klybeck-Areal.

Thilo Mangold in der neuen Padel-Halle auf dem Klybeck-Areal.

Der grösste Zwischennutzer auf dem Lysbüchel-Areal zieht frühzeitig weg. Ohne die Padel-Halle wird es wohl kaum noch externe Besucher auf das Areal ziehen.

Bis zum Sommer 2017 wusste in Basel kaum jemand, welche Sportart sich hinter dem Begriff «Padel» verbirgt. Man dachte wohl eher an Wassersport als an Rackets und Bälle. Seit sich der Verein Padel-Basel in der Halle des ehemaligen Coop-Verteilzentrums auf dem Lysbüchel-Areal niedergelassen hat, verbreitete sich die Kunde um die tennisähnliche Sportart aber schnell in der Stadt. Die Padel-Halle war von Anfang an das Herzstück der Zwischennutzung auf dem Lysbüchel. Sie wurde nicht nur von Sportlern mit einem Hang zum zwanglosen Spiel genutzt, hier wurden auch Hochzeiten gefeiert, an Podiumsdiskussionen gestritten und gemeinsam WM-Spiele und die Vorstellungen des Unitheaters geschaut. Wer den Weg durchs unbeleuchtete Industriegelände vorbei an ehemaligen Produktionshallen fand, traf hier auf eine Stätte für Kreative jeglicher Art.

Das Ende allerdings stand dem bunten Treiben von Anfang an bevor. Wenn die Bagger Ende 2020 auffahren, um das ehemalige Gewerbe- und Industrieareal in das neue Wohnquartier Volta Nord umzubauen, ist Schluss mit der Zwischennutzung. Nun kündigen die Initianten der Padel-Halle allerdings an, das Lysbüchel-Areal schon Ende dieses Jahres zu verlassen. Damit fällt der flächenmässig grösste Zwischennutzer weg. Bleiben werden einige Ateliers, Werkstätten und Büros. Externe Besucher wird es aber wohl kaum noch auf das Areal ziehen.

Raum für Projekte zwischen Sport und Kunst

Die Besucher können allerdings künftig zum Padel spielen auf die andere Rheinseite fahren. Denn dort, gleich neben dem Konzertlokal Humbug, wird Padel-Basel im Januar seinen Court wiederaufstellen. «Wir zahlen bereits schon Miete für die neuen Räumlichkeiten. Zurzeit beschäftigen uns allerdings noch die Auflagen der Feuerpolizei», sagt Thilo Mangold, Mitinitiant von Padel-Basel und Projektleiter des Umzugs. Der neue Ort habe einiges zu bieten, betont er: «Er ist heller, grösser, wärmer und sauberer.» Ein Nachteil sei allerdings, dass kein Vorplatz mehr zur Verfügung stehe. Auf dem Lysbüchel-Areal habe sich dieser sehr gut geeignet, um Feste zu feiern. Auf den 1311 Quadratmetern soll laut Mangold ein Experimentierort für Aktivitäten zwischen Bewegung und zeitgenössischer Kunst entstehen. Dieses breite Spektrum wird der Verein gemeinsam mit dem Kunst-Kollektiv Juice & Rispetta (mit Oliver Rossel, Johannes Willi und Marcel Freymond) bestreiten. Geplant ist bis jetzt das offene Malen «Malort» mit der Kunsthistorikerin Eveline Wüthrich und ein Fitnessangebot mit dem Namen skhumbafit.

Insgesamt stehen dem Team auf dem Areal rund ein Dutzend Räume zur Verfügung. Diese sollen allerdings nicht als Büros oder Ateliers an Einzelpersonen oder Unternehmen vermietet werden. «Wir sind kein Co-Working Space», betont Mangold. Die einzelnen Räume sollen hingegen im Rahmen der Gesamtentwicklung genutzt werden.

Das Flair vom Lysbüchel lebt im Klybeck weiter

Auch mit dem angrenzenden Konzertlokal Humbug und dem Werkraum Kollektiv sollen allenfalls Synergien entstehen, sagt Mangold. So entwickelt sich zwischen dem Altrheinweg und der Klybeckstrasse nach und nach ein neues kreatives Zwischennutzungsareal.
Auch auf dem Klybeckareal ist die Zeit der Padel-Halle allerdings begrenzt. Bis Ende 2023 kann das Team hier walten. Danach werden hier die Abrissarbeiten beginnen und das neue Quartier Klybeck Plus wird entstehen.

Dort, wo die Padel-Halle auszieht, auf dem Lysbüchel-Areal, entsteht hingegen eine Lücke. Es gäbe noch keinen neuen Mieter, sagt Pascal Biedermann, Vorstandsmitglied beim Verein für Zwischennutzungen «unterdessen». Am besten geeignet sei eine gewerbliche Nutzung, da die Halle nicht geheizt ist und es ein grosses Zufahrtstor gibt. «Wenn allerdings jemand mit einer wahnsinnig guten kulturellen Idee kommt, sind wir natürlich auch offen dafür», sagt Biedermann.

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