Abstimmung
Gegen Menschenrechte für Affen: Zolli spricht sich gegen Primaten-Initiative aus

Am 13. Februar 2022 stimmt Basel-Stadt über die Initiative «Grundrechte für Primaten» ab. Nun äussert sich der Zoo Basel zur Vorlage: Der Direktor warnt vor den Auswirkungen.

Silvana Schreier
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Wer beobachtet hier wen? Im Basler Zolli kommen sich Publikum und Primaten ganz schön nah.

Wer beobachtet hier wen? Im Basler Zolli kommen sich Publikum und Primaten ganz schön nah.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Menschenaffen sollen das Recht auf Leben und das Recht auf körperliche sowie geistige Unversehrtheit zugesprochen bekommen. Das verlangt die Initiative «Grundrechte für Primaten», die am 13. Februar 2022 an die Urne in Basel-Stadt kommt. Mit der Annahme dieser Vorlage erhielten Primaten im Stadtkanton ausgewählte Menschenrechte – als erste überhaupt.

Die Gesetzesänderung umfasst dabei sämtliche Affen, die von der öffentlichen Hand gehalten werden. Der Zoo Basel wäre damit nicht betroffen. Für Zolli-Direktor Olivier Pagan ist dennoch klar, dass die Vorlage Auswirkungen hätte. «Mit Annahme der Initiative wandert die Expertise über deren Wohlergehen und Sicherheit von ausgebildeten Biologinnen, Veterinärmedizinern und Tierpflegenden zu einer Ombudsperson oder einem Beistand – vielleicht sogar zu fachfremden Juristen. Ein solcher Vorschlag ist für uns nicht nachvollziehbar», wird er in der Mitteilung zitiert.

Dürfte ein krankes Tier noch eingeschläfert werden?

Aktuell würden die Tierpflegerinnen und Tierpfleger die Verantwortung für die Affen tragen. Jede Entscheidung werde sorgfältig im Interesse der Tiere abgewägt. Pagan:

«Niemand kennt unsere Affen besser als unsere Mitarbeitenden.»

Auch Zolli-Kurator Adrian Baumeyer kann der Initiative nichts abgewinnen. Laut Mitteilung empfindet er sie als Widerspruch zum Schweizer Tierschutzgesetz. «Heute dürfen wir ein schwer krankes Tier einschläfern, um sein Leiden zu beenden», so Baumeyer. Das würde durch das in der Vorlage verlangte Recht auf Leben verhindert. Unklar ist damit, welche Schritte in einem solchen Fall ergriffen werden dürfen und müssen.

Der Zoo schreibt in der Mitteilung weiter: «Aus Sicht des Zoo Basel sollen Affen das Recht haben, Affen bleiben zu dürfen.» Die Tiere könnten ihre Rechte weder selbst ausüben noch durchsetzen. Dafür wären sie immer auf den Menschen angewiesen. Mit der Annahme der Initiative «geht es den Affen also nicht besser, im Gegenteil, es geht ihnen eher schlechter», schliesst der Zoo seine Stellungnahme.

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