Neuheiten

Der Boxer geht in die nächste Runde

Subaru erneuert den Impreza – und spendiert ihm einen Hybrid-Antrieb. Ein unumgänglicher Schritt für die Zukunft der Marke.

Fast überall auf der Welt wird Subaru mit schnellen, robusten und vor allem erfolgreichen 4×4-Autos für die Rallyepisten in Verbindung gebracht.

Hierzulande steht Subaru aber nicht nur für Rallyesport, sondern vor allem für praktische, robuste Alltagsautos, die vor allem in den Bergregionen beliebt sind. Und das ist kein Zufall: Vor allem da, wo es ab und zu über Stock und Stein oder Schnee und Eis geht, führt fast kein Weg an Subaru vorbei. Langlebige Motoren, permanenter Allradantrieb mit symmetrischer Kraftverteilung und gute Platzverhältnisse bescherten den Japanern eine grosse und treue Fangemeinde. Da stört es kaum, dass sich der  Boxermotor, ein weiteres Suba­ru-Merkmal, tendenziell eher mehr Sprit gönnt, als andere.

Die Anhänger der Marke würden sich daran vermutlich auch weiterhin nicht stören; viel wichtiger ist es für sie, dass der Subaru den permanenten Allradantrieb behält und seine legendäre Robustheit behält; mehr als 96% der in den vergangenen 10 Jahren registrierten Subarus sind noch heute auf der Strasse unterwegs!

Doch genau da liegt der grosse Knackpunkt für die japanische Traditionsmarke: Einerseits kann und will man die treuen Stammkunden nicht vergraulen, andererseits muss man sich freilich, wie alle anderen Hersteller auch, mit den neuen C02-Richtlininen abfinden.

Traditionell und modern

Auch bei der Neuauflage des Impreza bleibt sich Subaru so weit als möglich treu. Der Kompakte mit 4×4 ist in der Schweiz schon seit 1993 zu haben und hat sich seither rund 46000-mal verkauft. Zwar verkaufen sich inzwischen die SUV-Modelle Forester und XV deutlich besser, doch bleibt der Impreza eine feste Grösse im Subaru-Programm. Und das soll er auch weiterhin bleiben. Deshalb kriegt die seit 2017 gebaute fünfte Generation nun eine Modellpflege. Diese beschert dem japanischen Fünftürer eine optische Auffrischung, die man an den dezent überarbeiteten Anbauteilen, neuen Rädern und neuem LED-Tagfahrlicht erkennt. Vor allem aber gibt es unter der Haube eine grosse Neuerung. «Wir bleiben dem Boxermotor und dem permanenten Allrad treu. Aber wir wollen auch nach Europa bringen, was es braucht, um in Europa zu bleiben», sagt David Dello Stritto, PR-Manager für Europa bei Subaru.

Konkret heisst das: Der «e-Boxer» genannte Hybridantrieb, der in den Modellen Forester und XV bereits zum Einsatz kommt, findet nun auch im Impreza Verwendung. Für die Schweiz wird er gar die einzige Motorvariante sein. Der Vierzylinder-Benziner schöpft aus zwei Liter Hubraum 150 PS; zusätzlich steuert eine E-Maschine, die im Gehäuse der stufenlosen Automatik untergebracht ist, 16,7 PS bei. Zur Rennmaschine für die Rallyepiste wird der Impreza damit freilich nicht. Doch punktet er bei den ersten Testfahrten auf Eis und Schnee in Finnland mit sehr sicherem und vorhersehbarem Fahrverhalten, starker Traktion und problemloser Handhabung. Die stufenlose Automatik lässt den Motor zwar bei voller Beschleunigung unschön aufheulen, doch funktioniert sie gut im Zusammenspiel mit dem neuen Hybrid-Modul. Der E-Motor schaltet sich unauffällig zu und lässt den Antrieb wacher, spontaner sowie durchzugsstärker wirken. Beim Bremsen, Ausrollen oder auch beim konstanten Fahren kann sich der Benziner komplett ausschalten; bis zu 1,6 Kilometer können somit rein elektrisch zurückgelegt werden. Genaue Verbrauchsangaben für den Hybrid-Impreza kann Subaru noch nicht machen, eine Spriteinsparung von rund 10% soll aber zu erwarten sein. Das hiesse: Knapp 7 l/100 km und rund 150 Gramm CO2 pro Kilometer.

Über dem Durchschnitt

Damit rückt der Impreza dem geforderten Flottendurchschnitt von 95 g/km, der für 2020 gefordert ist zwar näher, ist aber weiterhin deutlich über dem Zielwert; obwohl er ein alles andere als unvernünftiges Auto ist. Einzelne Modelle mit einem überdurchschnittlichen CO2-­Ausstoss anzubieten, ist an sich noch kein Problem, solange man das mit besonders sparsamen Modellen wieder kompensieren kann. Diese fehlen bei Subaru aber leider noch gänzlich. Strafzahlungen und damit auch Preiserhöhungen für die Kunden scheinen unausweichlich. Beim überarbeiteten Impreza wird diese schon spürbar. Er startet im Mai bei 34150 Franken. 8475 Franken mehr als bisher. Allerdings kommt der Impreza nun auch mit deutlich stärkerem Antrieb (bislang 1,6 Liter, 114 PS) und modernerer Technik.

Erster Schritt

«Wir sind nicht die schnellsten am Markt, wenn es um elektrifizierte Modelle geht», gesteht Dello Stritto. Doch Subaru will aufholen. Bis 2030 sollen 40% aller global verkauften Subarus elektrifiziert sein; also mit Hy­brid-Technik ausgestattet, oder gar komplett elektrisch. Bis spätestens 2025 dürfte mit dem ersten rein elektrischen Modell der Marke zu rechnen sein, das auf einer mit Toyota entwickelten Plattform aufbaut. Nur so wird Subaru auch weiterhin am Boxermotor festhalten können.

Meistgesehen

Artboard 1