Opel

Mehr Abenteuerlust

Opel Adam Rocks

Opel Adam Rocks

Die Autobauer aus Rüsselsheim haben sich das gut angesehen: Fiat und Mini haben es vorgemacht, dass ein kleines Auto mit einem hohen Individualisierungsgrad durchaus ein Erfolg sein kann. Drum gibts jetzt den Opel Adam Rocks.

Der Cinquecento verkauft sich immer noch sehr passabel und die Mini-Modelle spülen dem BMW-Konzern ordentlich Euros in die Kassen. Beispiel Fiat 500: In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden 2304 Fahrzeuge in der Schweiz abgesetzt. Und dies, obwohl das Modell seit 2007 fast unverändert gebaut wird. Da sind die 819 Opel Adam, die bisher in Verkehr gesetzt wurden, eher bescheiden.

Die Sache ist natürlich für Opel auch nicht ganz so einfach. Mit dem 500er und dem Mini haben die beiden Konkurrenten Ikonen wiederbelebt. Der Opel Adam hingegen hat keine berühmten Vorgänger. Nun also der Adam Rocks. Laut Opel ein «abenteuerlustiges Open-Air-Mobil». Open-Air ist klar, er hat ein ziemlich grosses Faltdach. Ganz geöffnet stellt sich tatsächlich so etwas wie Cabriofeeling ein. Nicht zu viel und nicht zu wenig, das hat Opel gut hinbekommen. Abenteuerlustig? Ja, er hat Andeutungen von Offroad-Insignien, aber Allrad oder gar irgendwelche Gelände-Fahrprogramme kann der kleine Opel natürlich nicht bieten. Er sieht nur so aus, als könnte er. Immerhin, die Bodenfreiheit ist leicht erhöht (dazu später mehr) und er ist – wirklich witzig anzusehen. Natürlich ist er auch nach wie vor ein Kleinwagen (Länge 3,75 Meter) mit einem generösen Platzangebot auf den vorderen Plätzen. Die Rücksitze kann man eigentlich vergessen, die taugen als Ablage für Jacken oder kleineres Gepäck. Oder den Kindertransport über kurze Strecken. Aber das ist bei ganz vielen anderen Autos in dieser Grössenklasse auch nicht besser.

Und er verfügt über einen quirligen, durchaus sympathischen Motor. Der Dreizylinder mit einem Liter Hubraum und einer Leistung von 115 PS (es gibt ihn auch mit 90 PS) ist durchaus fein. So viel «Dampf» hätten wir im kleinen Adam nicht erwartet. Auch das Drehmoment kann sich sehen lassen, 170 Nm sind für ein Auto mit einem Leergewicht von etwas über 1100 kg mehr als akzeptabel. Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Fünfganggetriebe, das ist – wie bei Opel mittlerweile üblich – etwas hakelig zu bedienen. Aber, insgesamt können wir dem Antrieb gute Noten ausstellen. Solange zumindest wir keine Tankstelle ansteuern mussten. Opel verspricht einen Verbrauchswert von 5,1 Liter für den «Rocks» mit 18 Zoll grossen Rädern. Unsere Erfahrung war leider eine andere, 6,5 Liter haben wir mit dem «abenteuerlustigen Open-Air-Mobil» verbrannt. Das ist etwas gar viel.

Innen ist der Adam Rocks, wie sein Bruder ohne den Musikzusatz im Namen fein gemacht. Die Verarbeitung – da hat Opel wohl die grössten Schritte vorwärts gemacht. Und eben, man kann den Adam so gestalten, wie man möchte. Farbe hier, Farbe dort, Lederausstattung, pfiffige Details. Unser Testwagen war jedenfalls in einer sehr speziellen Farbkombination konfiguriert. Leuchtendes Blau, Creme und Chrom – der Fantasie der Kunden scheinen keine Grenzen gesetzt. Egal, der Rocks fährt sich wie ein Adam. Jedenfalls fast. Wir empfanden die Fahrwerksabstimmung als etwas hart. Mag sein, dass die geringfügige Erhöhung der Bodenfreiheit (+15 mm) im Zusammenspiel mit den grossen Rädern dazu geführt haben, dass sich der Adam Rocks straff gefedert anfühlt. Klar, aus einem Auto mit einem so kurzen Radstand kann man keine Komfortsänfte machen. Und, das vergessen wir oft: die Zielgruppe für den Rocks ist noch jung und hat Nehmerqualitäten.

Wobei, so jung kann die Klientel dann doch nicht sein, schliesslich gibts den Abenteuer-Adam nicht umsonst. Unser Opel kostet 23’850 Franken. Das ist durchaus im Rahmen, aber dann wurden im Testwagen Optionen im Wert von 3370 Franken verbaut. Endpreis also 27’220 Franken. Klar, mit offenem Dach kommt so etwas wie Cabrio-Feeling auf, klar, die Lenkradheizung ist an einem kalten Morgen etwas Nettes. Aber ob deshalb die Opel-Händler von Neukunden überrannt werden? Wir haben da unsere Zweifel, obwohl auch die «Rocks»-Variante des Opel Adam wie gesagt gut gemacht ist. Und, der Ausbau des Modellangebots geht weiter. Neu gibt es auch den Opel Adam S für die sportlich orientierte Klientel. Mit satten 150 PS aus einen 1,4 Liter grossen Turbomotor.

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