Mini

Kleinwagen, das war einmal

Mini Cooper S

Mini Cooper S

Mini, der Name war einst Programm. Heute ist der Brite mit bayrischen Genen (BMW) nicht mehr so klein, dafür sehr dynamisch und voller Luxus.

Die neuste Generation des Mini ist ein richtig erwachsenes Automobil. Nicht nur wegen seiner Abmessungen (Länge 385 cm), sondern auch was die Verarbeitung, Motorisierung und Ausstattung angeht. Und leicht ist er auch nicht mehr. Unser Testwagen, ein Cooper S mit 191 PS wiegt locker 1250 Kilogramm. Doch, und das muss hier gesagt sein: dafür klappert, knarzt oder scheppert nichts an Bord des Briten.

Innen bietet der neue Mini viel Raum – und doch nicht. Denn der Kofferraum ist mit 210 Litern nicht gerade riesig – vorne hingegen geniessen Fahrer und Beifahrer richtig viel Raum. Im Fond ist es eher eng. Aber, das können andere kleine Retro-Autos wie der Fiat 500 auch nicht besser. Über jeden Zweifel erhaben sind Ergonomie und die grossen Verstellmöglichkeiten der Sitze. Eine passende Sitzposition zu finden, ist einfach. Etwas komplizierter ist es, all die Schalter, Knöpfe und Anzeigen zu verstehen. Aber, das hat bei Mini schon Tradition und ist, hat man sich einmal daran gewöhnt, eigentlich kein Problem. Neu gibt es ein einfaches Head-up-Display in ähnlicher Form, wie es auch Peugeot verbaut. Die in eine aufklappbare Kunststoffscheibe projizierten Informationen wie Geschwindigkeit, Navigationsinfos usw. stehen dem Fahrer also zur Verfügung, ohne dass er den Blick von der Strasse abwenden muss. Im Falle des Mini Cooper S fallen 191 PS aus einem Vierzylinder-Turbobenziner über die Vorderräder her. Das ist mehr als ausreichend und sorgt, auch dank den 280 Nm an Drehmoment, für schönen Vortrieb. Gekoppelt war der Motor in unserem Fall an ein Automatikgetriebe. Das funktioniert prima. Zwar nicht in einer Perfektion, wie es bei modernen Doppelkupplungsgetrieben der Fall ist, aber doch sehr gut. Natürlich gibts eine Stopp-Start-Funktion – Mini war da Vorreiter – und auf Wunsch ein grosses Paket an Assistenzsystemen. Allerdings treiben solche Extras den Preis des Mini mächtig in die Höhe. Eigentlich gibts den Cooper S bereits ab 30’700 Franken. Das ist ein fairer Preis, weil auch die Basisversion nicht wirklich schlecht ausgestattet ist. Aber, die Individualisierungsmöglichkeiten sind schier unbegrenzt. So kommt es, dass unser Testwagen mit 47’000 Franken angeschrieben war.

Zu den grossen Stärken der Minis der Neuzeit gehörte das Fahrwerk. Das hat sich mit der Einführung der neusten Generation nicht geändert - im Gegenteil. Der Mini ist ein sehr, sehr dynamisches Automobil. Es ist beeindruckend, wie ein Auto mit einem so kurzen Radstand stoisch die Spur hält, wenn man in Kurven durch ein Schlagloch-Gewitter fahren muss. Und es ist schön, dass auch bei hohen Geschwindigkeiten keine Unruhe aufkommt. Selbst bei einem Lastwechsel nicht. Dabei ist die Sache nicht unkomfortabel. Und wenn man das verstellbare Fahrwerk geordert hat, lässt sich die Dämpfung sogar der «Fahrer-Laune» anpassen. Von bequem bis sportlich-herb. Lenkung und Bremsen sind ebenfalls auf der Höhe der Zeit. Beim Fahren macht dem Mini kein Kompaktwagen etwas vor. Der neue Mini wird genauso erfolgreich werden wie die Vorgänger. Denn er ist – obwohl nicht zu Schnäppchenpreisen angeboten – ein gut gemachtes Kompaktauto. Und er bietet eher sportlich angehauchten Kunden eine Menge Freude in die Garage. Zudem ist der Mini mit 190 PS kein ungehobelter Trinker. Verbräuche unter sieben Liter pro 100 Kilometer sind problemlos möglich, im Testschnitt verbrauchte der Brite 7,2 L/100 km.

Der Nutzwert ist hingegen nicht gerade riesig. Doch dafür gibt es ja die anderen Karosserievarianten aus England – den mächtige Countryman zum Beispiel oder den eben gerade vorgestellten Mini mit fünf Türen und einer Länge von vier Metern. Und wenn man sich die Gebrauchtwagenpreise der letzten Generation so anschaut, dürfte auch der neue Mini ein ziemlich wertbeständiges Auto sein. Und dagegen hat sicher niemand etwas einzuwenden.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1