Dieser Plan scheint aufzugehen: Mit der Neulancierung des XC90 startete Volvo 2015 in eine Transformation. Mehr Frische, mehr nordisches Design und moderne Technik, basierend auf einem neu aufgebauten Baukasten-System, sollten der schwedischen Traditionsmarke zu neuem Glanz und neuem Erfolg verhelfen. Die Zahlen untermauern, dass dieser Plan funktioniert. Mit über 6600 verkauften Autos verzeichnet Volvo in der Schweiz ein Plus von mehr als 15 Prozent gegenüber 2017 – und das, obwohl der Gesamtmarkt mit einem Minus von 3,2 Prozent leicht rückläufig ist.
Einen grossen Anteil am Erfolg hat der kleinere XC40, von dem im laufenden Jahr schon 1282 Stück ausgeliefert wurden. Vielleicht könnten es sogar noch mehr sein, doch Volvo wird von der Nachfrage regelrecht überrollt. Warum der kompakte Crossover so beliebt ist, soll der Test klären.


Mut zur Kante
Kaufkriterium Nummer eins ist und bleibt das Design. Und hier kann der Schwede auf jeden Fall Punkten. Vor allem, wenn er wie der Testwagen in schicker Zweifarbenlackierung und in sportlicher «R-Line»-Optik vorfährt. Grosse Räder, klar gezeichnete Kanten und eine imposante Front mit breiten LED-Tagfahrleuchten machen den XC40 zum Hingucker. Hinzu kommen die rustikalen Radlauf-Verkleidungen und eine erhöhte Bodenfreiheit, um dem Crossover eine gute Portion Abenteuerlust mit auf den Weg zu geben.
Da man die meiste Zeit aber im Auto verbringt, ist das Interieur-Design mindestens genauso wichtig. Hier glänzt der XC40 mit durchdachter Schlichtheit. Im Zentrum steht der hochkant verbaute Touchscreen, über den fast alle Funktionen gesteuert werden. Sobald man das System kennen gelernt hat, funktioniert das einwandfrei und intuitiv. Nur die Darstellung auf dem Monitor dürfte etwas liebevoller und übersichtlicher gestaltet sein. Keine solche Kritik muss sich aber das digitale Instrumentendisplay gefallen lassen.
Insgesamt wirkt der Innenraum, bis auf einige wenige Plastikeinlagen, hochwertig und solide verarbeitet. Und genau so fühlt sich der kleine Schwede auch auf der Strasse an. Das Fahrwerk ist vor allem auf Komfort getrimmt, wirkt aber dank direkter Lenkung handlich genug, um sich auch in der Stadt wohlzufühlen. Dazu passt auch der Antrieb im Testwagen. Die Vorläufige Topmotorisierung «T5», ein 2-Liter-Benziner mit Turboaufladung, leistet 247 PS und 350 Nm, was den Schweden in Kombination mit Automatik und Allradantrieb zum souveränen Gleiter mit angenehm tiefen Innenraumgeräuschen macht.
Einziger Nachteil: Der Testverbrauch fällt mit 8,9 l/100 km eher hoch aus und übertrifft auch die Werksangabe von 7,1 l/100 km klar. Das dürfte die angekündigte Plug-in-Hybrid-Variante besser können. Ausserdem sollen Mild-Hybrid und sogar eine Version mit reinem E-Antrieb folgen. Das passt gut zum Zukunftsanspruch des beliebten Schweden. Die Preise starten bei 36 500 Franken. Der starke Benziner mit R-Design-Ausstattung kostet ab 56 100 Franken.