«Wir haben dieses Abenteuer vor rund zehn Jahren gestartet», sagt Emanuel Bouvier, Marketingdirektor bei Renault. Das Abenteuer E-Mobilität begann bei den Franzosen also vergleichsweise früh. Damit können die Franzosen also nicht nur auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, sondern konnten mit bisher über 250 000 verkauften Stromern den CO2-Ausstoss der Renault-Flotte beträchtlich verringern, so Bouvier. Dafür mussten die Renault-Strategen aber auch kräftig investieren. Rund vier Milliarden habe man schon in die E-Mobilität gesteckt, eine weitere soll in den nächsten Jahren noch dazukommen; bis 2022 soll schliesslich die Hälfte der Modelpalette mittels reinem E-Antrieb oder Hybridtechnik elektrifiziert sein. Acht reine Stromer sollen bis dahin im Angebot stehen, und jeder zehnte neu verkaufte Renault soll ausschliesslich elektrisch angetrieben sein. So die Zukunftspläne. Kern des E-Auto-Angebots bei Renault ist seit 2012 der Zoe. Der elektrische Kompaktwagen zählte zu den Strom-Pionieren auf unseren Strassen und setzte von Beginn weg auf eine Maxime, die auch für die nun anlaufende, dritte Zoe.Generation ganz oben im Aufgabenheft stand: Der Zoe soll E-Mobilität für alle erreichbar machen.

Erschwinglich und ausdauernd

Natürlich ist der Zoe in der Anschaffung teurer als ein vergleichbarer Benziner; ein Anschaffungspreis von mindestens 25 900 ist aber auf jeden Fall ein faires Angebot, zumal sich die Unterhaltskosten in E-Auto-typisch engen Grenzen halten. Die Batterie kann entweder für 10 000 Franken dazugekauft werden oder ab 94 Franken monatlich gemietet werden. Dieses Modell macht den E-Wagen noch erschwinglicher. In der Einstiegsvariante leistet der Zoe 80 kW (108 PS) und bietet mit dem bereits aus dem Vorgänger bekannten Akku mit 41 kWh Energiegehalt eine Reichweite von knapp über 300 Kilometer. Neu im Angebot steht nun ein Akku mit 52 kWh. Dank Verbesserungen im Batterieaufbau und in der Zellchemie ist dieser genauso gross und schwer wie bisher, ermöglicht aber eine nochmals gesteigerte Reichweite. In Kombination mit dem 80 kW-Antrieb sind es bis zu 395 Kilometer im strengen WLTP-Messzyklus. Wer etwas mehr Pepp sucht, bekommt zudem auf Wunsch einen stärkeren Motor mit 100 kW (135 PS). Die Preise für den Zoe mit grösserer Batterie starten bei 29 200 Franken (80 kW), respektive 29 700 Franken für die stärkere Variante. Auch hier kann der Akku zu den selben Konditionen gekauft oder gemietet werden. Bei den ersten Testfahrten auf Sardinien überzeugt der neue Zoe natürlich vor allem mit seinem fast geräuschlosen Antrieb – bei tiefem Tempo, beispielsweise auf dem Parkplatz, warnt er Passanten mit einem futuristischen Summen, danach herrscht angenehme Stille. Auch, weil der Kleinwagen mit guter Geräuschisolierung überzeugt. So fühlt man sich im Cockpit gut aufgehoben und vermisst lediglich eine Höhenverstellung für den Fahrersitz. Dafür gibt es auf Wunsch Sitzbezüge aus Recycling-Plastik, ein grosses Touchscreen-Navi und komplett digitale Instrumente. Für die kurvigen Landstrassen auf der Mittelmeerinsel wirkt das Fahrwerk zwar einen Tick zu sanft ausgelegt. Dafür federt der Franzose Unebenheiten auch brav weg. So kann der Zoe nicht nur als Stadtwagen genutzt werden, sondern taugt durchaus auch für die Langstrecke.