Suzuki

Das Sportlerchen

Mit 136 PS ist der kleine Suzuki kein Spitzensportler, aber ein sehr angenehmer Begleiter.

Suzuki Swift Sport

Mit 136 PS ist der kleine Suzuki kein Spitzensportler, aber ein sehr angenehmer Begleiter.

Im Test bewies der Suzuki Swift Sport, dass er weit mehr ist als ein Kleinwagen mit Spoilern.

Es ist schon ein ganzes Weilchen her, dass wir den neuen Suzuki Swift Sport anlässlich der internationalen Präsentation zur Probe gefahren sind. Jetzt endlich stellte uns der CH-Importeur den Wagen auch für einen Test in der Schweiz zur Verfügung. Unser Urteil nach dem Test: der Swift Sport ist kein Sportwagen, kein Toyota GT86 oder Subaru BRZ mit Vorderradantrieb. Doch er ist ein feines Gerät für all jene, die der Umwelt nichts mehr beweisen müssen. Denn nimmt man den Swift Sport richtig hart ran offenbart sich, dass er ein sehr ausgewogenes Fahrwerk besitzt und auch bei Tempi Fahrspass bietet, die noch irgendwo in legalen Grenzen liegen. Klar, 136 PS sind nicht die Welt, dass sind die 200 PS der beiden bereits genannten Sportwagen auch nicht. Aber es geht eine ganz spezielle Faszination davon aus, als Underdog auf der Strasse zu gelten und dabei zu wissen, dass man schon könnte, wenn man den wollte. Klar, im Ampelsprint zieht man meist den Kürzeren, da könnte man auch mit einem Rasentraktor gegen eine Chevrolet Korvette antreten. Aber, dafür ist der Swift Sport voll alltagstauglich (abgesehen davon, dass es ihn nur als Dreitürer gibt), verbraucht nicht Unmengen von Benzin und ist im Unterhalt ebenfalls kein Auto, dass dem Besitzer die Haare vom Kopf frisst.

Die klassischen Anzeigen sind gut ablesbar.

Suzuki Swift Sport

Die klassischen Anzeigen sind gut ablesbar.



Wir haben kurzerhand eine erfahrene Autofahrerin gebeten, sich den Swift Sport einen Tag lang genauer anzusehen. Vorausschicken wollen wir, dass sie in Sachen Suzuki nicht ganz unbefleckt ist, schliesslich fährt sie seit 2006 einen Swift 1,3i mit fünf Türen - den sie innig liebt. Anders als erwartet der erste Kritikpunkt: statt der fehlenden zwei Türen hinten monierte unsere Testerin als erstes - den zu kleinen Innenspiegel. Was sonst nicht auffallen würde, war für die Testfahrerin im Vergleich mit ihrem Swift bereits beim ersten Blick in den Innenspiegel ein grosses Manko. An zweiter Stelle dann erst die fehlenden Türen im Fond und als Drittes: man muss sehr viel Schalten. Das war klar, denn die eng abgestufte Schaltbox mit sechs Gängen will eifrig genutzt sein. Dafür sind die Schaltwege deutlich kürzer als beim normalen Swift.

Und weiter? Sorry, keine weiteren negativen Punkte mehr auf der Liste. Vielleicht, dass er im normalen Betrieb halt doch etwas hart gefedert ist. Doch dies machen die tollen Sportsitze wieder gut. Vor allem passen die Stühle für fast alle Fahrer/innen: Egal ob Vollschlank oder wie unsere Texterin (knapp 50 kg bei ca. 167 cm) alle fühlten sich in dem Gestühl wohl. Punkt für den Suzuki. Besonders überzeugt hat auch die Vollausstattung des kleinen Japaners. Denn für 23'990 Franken gibt es viel Auto für Geld. Nicht, was die Abmessungen angeht. Ins Auge gestochen ist zum Beispiel das im Vergleich zum normalen Swift viel bessere Licht dank der Bi-Xenonscheinwerfer. Nicht ausprobiert hat unsere Testerin weder ESP noch die sieben Airbags, aber das sei ihr verziehen... Ferner mit an Bord ist eine Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, Tempomat und die erwähnten Sportsitze. Wir haben zum Vergleich einen VW Polo durch den Online-Konfigurator von Volkswagen gejagt und ihn mit etwa denselben Features bestückt, die beim Suzuki mit an Bord sind. Das Resultat für einen Polo Blue GT mit 140 PS, drei Türen und manuellem Sechsganggetriebe: fast 32'000 Franken. Allerdings: der Suzuki Swift Sport hat im Test genau sieben Liter verbraucht - das kann VW besser.

Obwohl der Swift Sport kein erstzunehmender Sportwagen ist bietet er doch viel Fahrspass für relativ wenig Geld. Würde es ihn gar mit fünf Türen geben, würde wir ihm gar das Prädikat «besonders empfehlenswert» vergeben.

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