Auf der Autobahn sind Gaffer einfach nervig, weil sie Staus verursachen. Es gibt aber auch Situationen, in denen sie Menschenleben riskieren – indem sie Rettungsmassnahmen behindern.

Genau das ist gestern Nachmittag im deutschen Ort Hagen passiert. Dort war ein kleines Mädchen von einem Auto angefahren und dabei schwer verletzt worden. Den Rettungskräften wurde die Arbeit unnötig schwer gemacht, weil unzählige Gaffer den Weg versperrten: Menschen blieben stehen, zückten ihre Handys, machten Fotos und Videos.

Was die Polizei davon hält, hat sie nun klar und deutlich auf ihrem Facebook-Account verkündet. Und zwar so:

«Schämt Euch, ihr Gaffer vom Hauptbahnhof!

Hey ihr Gaffer vom Hauptbahnhof,

wie ihr ja bereits durch eure grenzenlose Neugier wisst, ist heute Nachmittag – in unmittelbarer Nähe zum Hagener Hauptbahnhof – ein kleines Mädchen von einem Auto angefahren worden, als es bei Rot über die Strasse lief. Dabei verletzte es sich schwer und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden.

Ihr solltet euch was schämen, dass mehrere hundert von euch mit dem Smartphone in der Hand die Rettungsarbeiten massiv behindert haben. Euch ging es nur darum, das verletzte Kind und die Landung des Hubschraubers zu filmen. Sogar mehrere Streifenwagen waren notwendig, um den Rettungskräften den nötigen Platz zu verschaffen. Polizisten in der Absperrung habt ihr gefragt, ob sie mal an die Seite gehen können, damit ihr besser filmen könnt. Unfassbar!

Um das Mädchen in Ruhe behandeln zu können, hat es die Feuerwehr mit weissen Tüchern verdeckt. Aber selbst das hat euch nicht daran gehindert, mit euren Smartphones in der Hand angelaufen zu kommen und über die Tücher zu gaffen. Das ist wirklich der Gipfel der Skrupellosigkeit.

Merkt euch für die Zukunft eins: Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind da um Leben zu retten und nicht um durch euch Gaffer in ihrer Arbeit behindert zu werden. Jeder von uns könnte der Nächste sein und bei der Menschenrettung zählt jede Sekunde. Wir haben im Einsatz echt was Besseres zu tun, als uns auch noch um euch zu kümmern. Lasst zukünftig die Smartphones in der Tasche und geht einfach weiter.

Die Polizei Hagen

Hier das Posting im Original:

Nach weniger als 24 Stunden wurde das Posting der Polizei bereits mehr als 23'000 Mal geteilt, über 37'000 Personen haben es geliket. (watson.ch/viw)

Facebook-Post Polizei NRW Hagen

watson.ch