Hongkong

Ultimatum in Hongkong abgelaufen: Regierungschef lehnt Rücktritt ab

Studenten schlafen vor dem Regierungsgebäude in Hongkong

Studenten schlafen vor dem Regierungsgebäude in Hongkong

Die Protestbewegung in Hongkong hat den Druck auf den umstrittenen Chef der Sonderverwaltungszone, Leung Chun Ying, weiter verstärkt, um ihn zum Rücktritt zu zwingen. Doch der lehnt ab: «Ich werde nicht zurücktreten», sagte er.

Mit Ablauf des Ultimatums der Studenten für seinen Rücktritt hat Regierungschef Leung Chun-ying am Donnerstag eine Amtsniederlegung noch einmal ausdrücklich abgelehnt. Kurz vor Fristende um Mitternacht Ortszeit (18.00 MESZ) trat Leung vor die Presse und sagte: "Ich werde nicht zurücktreten."

Damit droht eine Konfrontation mit den Demonstranten, die seit einer Woche für mehr Demokratie in Chinas Sonderverwaltungsregion auf die Strasse gehen. Die Studentenvereinigung hat mit einer Besetzung von Regierungsgebäuden gedroht, falls Leung nicht zurücktritt.

Allerdings erklärte sich Leung zu Gesprächen mit Vertretern der Demokratiebewegung in der Sonderverwaltungszone bereit. Er ernannte seine Verwaltungschefin Carrie Lam, die Nummer Zwei in Hongkong, als Verhandlungspartnerin, um mit der Studentenvereinigung in einen Dialog zu treten. "Ich hoffe das Treffen der Studenten mit Carrie Lam kann die Probleme lösen."

Die Sicherheitskräfte warnten vor "ernsten Konsequenzen" und wollen "energisch durchgreifen", falls Aktivisten Regierungsstellen stürmen, besetzten oder umzingeln sollten. Am Abend hatte sich die Polizei mit Tränengas, Gummigeschossen und spezieller Ausrüstung gegen Unruhen auf eine mögliche Eskalation vorbereitet.

Die Proteste hatten sich an Beschlüssen des Pekinger Volkskongresses entzündet, 2017 zwar eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern.

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