Diese sollen unter anderem die Grenzsicherheit erhöhen und die Wiederaufnahme der Ölproduktion in Südsudan ermöglichen. Vorangegangen waren vier Tage intensiver Gespräche.

Zuletzt war der internationale Druck auf die zerstrittenen Nachbarländer immer grösser geworden. Erst am vergangenen Wochenende lief ein Ultimatum des UNO-Sicherheitsrates aus. Das Gremium drohte Sanktionen an, falls Khartum und Juba keine Einigung fänden.

"Ich bin überzeugt, dass das, was hier gerade geschehen ist, ein gigantischer Schritt vorwärts ist", sagte der frühere südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der Hauptmediator bei den Gesprächen, nach der Vertragsunterzeichnung.

"Grundlage für Frieden und Stabilität"

Kiir sprach von "einem grossartigen Tag in der Geschichte unserer Region" und fügte hinzu: "Dieses Abkommen beendet den langen Konflikt zwischen unseren beiden Ländern." Der Deal bilde die Grundlage für Frieden und Stabilität.

Nach einem jahrzehntelangen blutigen Bürgerkrieg war der Südsudan im vergangenen Jahr unabhängig geworden. Jedoch blieben viele Fragen, vor allem zur genauen Markierung der Grenze, weiterhin ungeklärt.

Immer wieder kam es in der Region zwischen den beiden Staaten zu Kämpfen. Beobachter befürchteten einen neuen Krieg in dem Gebiet. Um dies zu vermeiden, hatte es in den vergangenen Monaten Verhandlungen unter Vermittlung der Afrikanischen Union (AU) gegeben.

Entmilitarisierte Pufferzone

Unter anderem einigten sich die beiden Staatschefs auf die Einrichtung einer mehrere Kilometer breiten entmilitarisierten Pufferzone im Grenzgebiet, um weitere blutige Übergriffe zu vermeiden.

Die Pufferzone soll von Beobachtern aus Äthiopien überwacht werden. Zudem soll es sich um eine "weiche Grenze" handeln, die keine Hürde darstellt, sondern Handel und problemloses Reisen zwischen den Ländern möglich macht.

Ausserdem soll die Ölproduktion wieder aufgenommen werden, die Juba bereits im Januar eingestellt hatte. Der Streit um Transitgebühren hatte der Wirtschaft in beiden Ländern schwer geschadet. Etwa 75 Prozent der Ölreserven liegen im Süden, der Transport läuft aber über Leitungen im Norden.

Einige Streitpunkte bleiben aber weiter ungeklärt, so etwa die genaue Markierung der Grenze und der Status der Grenzregion Abyei. Mbeki versprach, dass die noch offenen Probleme bald gelöst werden.