Russland

Selenskyj: Waffenruhe in Ostukraine gibt Hoffnung auf Frieden

ARCHIV - Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht im Europa-Gebäude während einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Europäischen Rates. Foto: Riccardo Pareggiani/AP/dpa

ARCHIV - Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht im Europa-Gebäude während einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Europäischen Rates. Foto: Riccardo Pareggiani/AP/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner jährlichen Rede an die Nation die seit 86 Tagen haltende Waffenruhe im Osten des Landes als Zeichen der Hoffnung bezeichnet.

"Das ist die längste (Feuerpause) in den Kriegsjahren", sagte der 42-Jährige am Dienstag bei seinem Auftritt im Parlament. Die Waffenruhe sei nicht ideal, und es gebe Verstösse. Doch hob das Staatsoberhaupt hervor: "In den ganzen Tagen haben wir nur einen Verlust durch Kampfhandlungen." Es gebe Hoffnung, dass die Menschen vor Ort eine "reale Ruhe" erleben.

2014 hatten sich nach einem Regierungssturz proeuropäischer Kräfte in Kiew Aufständische in den russischsprachigen Gebieten Luhansk und Donezk von der Ukraine losgesagt. Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den von Russland unterstützten Rebellen sind nach UN-Schätzungen mehr als 13 000 Menschen getötet worden.

Bei seinem knapp einstündigen Auftritt stellte Selenskyj für die Bewohner der von Separatisten kontrollierten ostukrainischen Region Straffreiheit in Aussicht. "Sie brauchen ein klares Signal: Ihr braucht keine Angst haben", sagte Selenskyj.

Es gehe um "Millionen unserer Bürger". Allerdings sei keine Amnestie für Menschen "mit Blut an den Händen" vorgesehen. Dagegen sieht ein 2015 mit deutsch-französischer Vermittlung vereinbarter Friedensplan eine Generalamnestie für alle Konfliktbeteiligten vor.

Am kommenden Sonntag sind in der Ukraine Kommunalwahlen geplant, allerdings nicht in den Separatistengebieten und auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim.

Ausgeschlossen sind auch bis zu einer halben Million Ukrainer entlang der Frontlinie, für die das Parlament Wahlen nicht zugelassen hatte. Rund 28 Millionen Ukrainer sind wahlberechtigt. In der Hauptstadt Kiew stellt sich der Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko der Wiederwahl als Bürgermeister.

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