Seit dem Putschversuch in der Türkei im vergangenen Juli sind wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung mehr als 113'000 Menschen festgenommen worden. 47'155 dieser Verdächtigen sässen in Untersuchungshaft, sagte Innenminister Süleyman Soylu nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vom Sonntagabend.

Der Rest sei meist unter Auflagen freigelassen worden. Unter den Verdächtigen in Untersuchungshaft seien auch 2575 Richter und Staatsanwälte sowie 168 Generäle.

Die Regierung macht die Bewegung des in den USA lebenden sunnitischen Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Vertreter westlicher Staaten zeigten sich zuletzt nicht überzeugt davon.

Fethullah Gülen lebt seit 1999 in den USA. (Archivbild)

Fethullah Gülen lebt seit 1999 in den USA. (Archivbild)

Wenig überzeugend

"Die Türkei hat auf den verschiedensten Ebenen versucht, uns davon zu überzeugen. Das ist ihr aber bislang nicht gelungen", sagte etwa der Chef des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND), Bruno Kahl, im vergangenen Monat dem "Spiegel".

Der Auswärtige Ausschuss des britischen Parlaments monierte, es sei "nicht durch öffentlich zugängliche Nachweise belegt", dass Gülen-Anhänger die alleinigen Urheber gewesen seien.