Umwelt

Schweizer Grundwasser durch Landwirtschaft zunehmend unter Druck

Trinkwasser, das aus Grundwasservorkommen heraufgepumpt wird, enthält oft zu viele Rückstände aus landwirtschaftlicher Tätigkeit wie Nitrate und Pestizide. (Archivbild)

Trinkwasser, das aus Grundwasservorkommen heraufgepumpt wird, enthält oft zu viele Rückstände aus landwirtschaftlicher Tätigkeit wie Nitrate und Pestizide. (Archivbild)

Der neuste Bericht des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) zur Qualität des Schweizer Grundwassers lässt aufhorchen: rund 15 Prozent der Messstellen weisen eine Nitratbelastung über dem Grenzwert auf. Das Trinkwasser ist zwar nicht in Gefahr, aber «zunehmend unter Druck».

Das Bafu hat den Naqua-Bericht über den Zustand des Grundwassers am Donnerstag veröffentlicht. Er basiert auf Daten aus den Jahren 2007 bis 2016. Die Proben stammen von mehr als 600 Messstellen der Nationalen Grundwasserüberwachung (Naqua). Die am stärksten belasteten Gebiete befinden sich in den grossen Landwirtschaftsgebieten im schweizerischen Mittelland.

Nebst der Nitratbelastung wegen der Überdüngung sind auch Pestizide ein Problem. An jeder zweiten Messstelle fanden sich Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln oder Abbauprodukte davon, sogenannte Metaboliten. Das Grundwasser liefert 80 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Trinkwassers.

Das Bafu fordert im Bericht schonendere Methoden in der Landwirtschaft, um Druck von der wichtigsten Trinkwasserressource zu nehmen. Regionale Projekte haben gezeigt, dass weniger Nitrat ins Grundwasser sickert, wenn der Boden im Winter in Ruhe gelassen wird.

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