Bei einem Angriff auf Touristen in Tadschikistan sind am Sonntag vier Menschen getötet und zwei verletzt worden. Die Angreifer hätten «Messer und Schusswaffen» dabei gehabt, sagte Innenminister Ramason Hamro Rahimsoda am Montag in der Hauptstadt Duschanbe.

Am Montagabend reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das Attentat für sich. Die IS-Miliz erklärte, eine "Abordnung von Soldaten des Kalifats" habe das Attentat begangen, wie das auf die Auswertung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE mitteilte. Der Angriff habe "Bürgern der Kreuzfahrer-Staaten" gegolten.

Bei den Todesopfern handelt es sich demnach um zwei Velofahrer aus den USA sowie einen Schweizer und einen Niederländer. Die Polizei schloss einen «Terrorakt» nicht aus.

Bei einem späteren Spezialeinsatz der Polizei sei am Sonntag ein Verdächtiger festgenommen worden, zwei weitere hätten Widerstand geleistet und seien getötet worden, sagte Rahimsoda. Drei weitere Verdächtige befänden sich noch auf der Flucht.

Eines der beiden verwundeten Opfer sei durch einen Messerstich verletzt worden, sagte der Innenminister. Der Zustand des Opfers sei stabil. Ein siebtes Mitglied der Radfahrergruppe, ein Franzose, sei unversehrt geblieben und werde von der Polizei befragt.

Zunächst waren die Behörden des zentralasiatischen Landes von einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ausgegangen. Der Angriff ereignete sich im Bezirk Danghara, 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Duschanbe, auf dem bei Velotouristen beliebten Pamir Highway.

Tadschikistan ist die ärmste der ehemaligen Sowjet-Republiken und wird seit 1992 autoritär von Präsident Emomali Rakhmon regiert. Die Mehrheit der Bevölkerung ist muslimisch.

Die Behörden gehen hart gegen religiösen Fundamentalismus vor. 2015 machte Tadschikistan mit radikalen Massnahmen wie erzwungenen Bartrasuren und Einschränkungen für die Pilgerreise nach Mekka von sich reden. (sda/afp)