Kommentar

Rücktritt von Macrons Skandalminister: Bestätigte Vorurteile

Dominik Weingartner.

Dominik Weingartner.

Ein Umweltminister, der sich auf Staatskosten ein Luxusleben leistet: Solches Gebaren bestätigt die Vorurteile gegenüber der französischen Polit-Elite. Und gefährdet Macrons Wiederwahl.

Der französische Präsident hat bewegte Tage hinter sich. In Brüssel schnürte er bei der Vergabe der EU-Spitzenposten ein Paket nach seinem Gusto. Emmanuel Macron hat sich auf ganzer Linie durchgesetzt, insbesondere mit der Installation der Französin Christine Lagarde auf dem einflussreichen Chefsessel bei der Europäischen Zentralbank. In seiner Heimat jedoch sorgt ein Minister Macrons seit Tagen für Negativschlagzeilen. Umweltminister François de Rugy renovierte seine Wohnung für viel Geld und servierte Gästen aus der Pariser Schickeria Hummer und teuren Wein – alles auf Staatskosten. Der Minister ist zwar weg, der Fall zeigt ein Grundproblem von Macron auf. Ganze 15 Minister hat der französische Präsident seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren verloren. De Rugy bestätigt zudem Vorurteile gegenüber einer abgehobenen Pariser Polit-Elite, die sich auf Kosten der Steuerzahler ein Luxusleben leistet.

Es scheint, als habe Macron die Signale, die von der Gelbwestenkrise von vor einem halben Jahr ausgingen, nicht erkannt. Er hat zwar Bescheidenheit verordnet, doch es ist auch in seiner Verantwortung dafür zu sorgen, dass diese von seinen Ministern gelebt wird. Jeder neue Skandal wird dem Präsidenten direkt angelastet und macht eine Wiederwahl des mit grossen Hoffnungen vor zwei Jahren ins Amt gehobenen Macron unwahrscheinlicher. Und wird er in drei Jahren abgewählt, hat Macron auch in Brüssel nichts mehr zu melden.nichts mehr zu melden.

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Dominik Weingartner

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