Bulgarien

Neue Protestblockaden erhöhen Druck auf Bulgariens Regierung

Demonstranten in Sofia fordern den Rücktritt der Regierung. Foto: Valentina Petrova/AP/dpa/Archiv

Demonstranten in Sofia fordern den Rücktritt der Regierung. Foto: Valentina Petrova/AP/dpa/Archiv

In Bulgarien haben Demonstranten ihren Druck auf die Regierung mit neuen Protesten und grösseren Zeltblockaden erhöht. Sie warfen am Freitagabend Eier und Tomaten am Regierungssitz in Sofia. Nach einem Strassenumzug blockierten sie wieder drei wichtige Strassenkreuzungen der Hauptstadt, um den Rücktritt der Koalitionsregierung, des Chefanklägers sowie Neuwahlen zu erzwingen.

Ausser mit Zelten wurde der Verkehr jetzt auch mit Bänken und Mülltonnen blockiert. Die Polizei in Sofia hatte nicht genehmigte Zeltblockaden an diesen Kreuzungen nach Anzeigen und Klagen von Bürgern erst am Freitagmorgen geräumt.

Demonstranten in Bulgarien fordern seit vier Wochen den Rücktritt der seit 2017 amtierenden bürgerlich-nationalistischen Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow. Sie werfen ihr Korruption, mafiöses Handeln und Abhängigkeit von Oligarchen vor.

Neue Antiregierungsproteste gab es auch in Warna und Plowdiw. Auch dort waren Strassensperren am Freitagmorgen geräumt worden.

Staatschef Rumen Radew, der die Proteste gegen die Regierung unterstützt, verurteilte das Eingreifen der Polizei. Repressalien könnten das Vertrauen in die Regierung nicht wiederherstellen, schrieb er auf Facebook.

"Sollten sie (die Polizei) die (Zeltlager) räumen, werden wir sie wieder errichten", sagte ein Protestler dem Fernsehsender bTV in Sofia. "Es ist ein Katz-und Maus-Spiel", fügte ein anderer hinzu.

Die Regierung in Sofia lehnt einen Rücktritt "unter Druck von Strassenprotesten" ab. Die nächste reguläre Parlamentswahl wäre im März 2021.

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